Vitalik Buterin widerspricht Behauptung, dass Ethereum-Netzwerk an Kapazitätsgrenze stößt

Die wohl am häufigsten in den vergangenen Monaten geführte Debatte, wenn es um Ethereum geht ist, wie und wann Ethereum seine Skalierbarkeit verbessern und mehr Transaktionen (pro Sekunde) verarbeiten kann. Aktuell hat Afri Schoedon, ein Entwickler des Parity-Clients für Ethereum diese Diskussion wieder neu entflammt, als er kürzlich forderte „die Bereitstellung von dApps für Ethereum einzustellen“, da das Ethereum-Netzwerk seine Kapazität für Transaktionen erreicht habe. Vitalik Buterin widersprach dieser Behauptung jedoch verhemmt.

Spätestens seitdem die bisher beliebteste Ethereum dApp, CryptoKitties im vergangenen Jahr die Ethereum-Blockchain an ihre Grenzen brachte, die Transaktionsdauer extrem erhöhte und die Kosten für eine Transaktion explodieren lies, ist die Diskussion über die aktuelle Skalierbarkeit des Netzwerks immer lauter geworden. Afri Schoedon, ein Entwickler des Parity-Clients für Ethereum, hat nun vor Kurzem andere Entwickler, von Ethereum dApps dazu aufgefordert „die Bereitstellung von dApps für Ethereum einzustellen“. Er rief seine Entwickler-Kollegen dazu auf zu anderen Blockchains, wie Ethereum Classic (ETC) oder POA Network (POA), einer Sidechain im Ethereum-Netzwerk, zu wechseln.

Vitalik Buterin, Mitbegründer und Leitfigur der Ethereum-Blockchain, widersprach Schoeden jedoch vehemmt und verwies darauf, dass „die meisten Dapps viel Platz haben, um Gas selbst zu optimieren“ und sich darüber hinaus jeder Entwickler mit „Layer-2-Lösungen befassen“ sollte.

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Schoeden argumentierte, dass sowhl ETC als auch POA bereits Infrastrukturen wie MyCrypto und MetaMask unterstützen und einen Wechsel dadurch vereinfachen. Vitalik ist jedoch der Meinung, dass Transaktionen auf Ethereum momentan, d. h. bei der derzeitigen Anzahl von dApps und Nutzern, tatsächlich sehr gut skalierbar sind, selbst ohne Second-Layer-Lösungen zu verwenden (z. B. State Channels, Plasma).

Hierfür schlägt er ZK-SNARKs für die Massenvalidierung von Transaktionen vor. Den sehr technischen Vorschlag hierzu hat Buterin auch auf ethresear.ch veröffentlicht. Insofern sieht er auch die dApp-Entwickler selbst in der Verantwortung in Rahmen ihrer Möglichkeiten, Optimierungen vorzunehmen.

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Gas fungiert im Ethereum-Netzwerk als Ausführungsgebühr. Der Preis dieser Gebühr wird in Gwei ausgedrückt, was ungefähr 0,000000001 ETH sind. Der Preis wird von dem Minern festgelegt, die sich weigern können, Transaktionen zu verarbeiten, die geringer sind als ein bestimmter Gaspreis. Der empfohlene Gaspreis liegt derzeit bei etwa 4,3, wie gasstation.info zeigt.

ethereum gas
https://ethgasstation.info/

Ein kurzer Blick auf Etherscan zeigt auch, dass Ethereum aktuell rund 57.000 offene Transaktionen im Mempool hat und über die vergangene Woche relativ konstant über 60.000 offenen Transkationen lag, obwohl es derzeit noch keine „Killer“-dApp gibt, die eine weitverbreitete Nutzung von Ethereum im alltäglichen Leben ermöglicht.

ethereum mempool
https://etherscan.io/chart/pendingtx

Ein klein wenig Wahrheit …

Auf der Deconomy-Konferenz in Seoul, Südkorea, hat Ethereum-Schöpfer Vitalik Buterin selbst erklärt, dass Ethereum derzeit nicht wirklich „zu gebrauchen ist“, da es derzeit nur eine geringe Anzahl an Transaktionen verarbeiten kann. Daher sagte Buterin den Teilnehmern, dass jeder, der heute eine „dezentralisiertes Uber“ – oder ähnliche Anwendung erstellen möchte, wahrscheinlich frustriert wäre.

Während Uber pro Sekunde 12 Fahrten verarbeiten muss, würde Ethereum nach seinen Schätzungen lediglich 15 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten können. Buterin bemerkte selbstkritisch:

Wenn du ein dezentrales Uber und Lyft auf einem unskalierbaren Ethereum aufbauen willst, bist du angearscht.

Allerdings konzentrierte sich Buterins Vortrag auch auf mögliche Skalierungslösungen, einschließlich Sharding, um das Skalierungsproblem zu lösen. Wie wir berichteten, soll Plasma bereits 2019 veröffentlicht werden, ehe 2020 Sharding folgt. Der CEO und Founder von OmiseGo, Jun Hasegawa, dessen Projekt maßgeblich an Plasma arbeitet, erklärte kürzlich, dass er für die nächsten 2 Jahre eine sehr positive Entwicklung erwartet.

Laut Hasegawa war 2018 ein sehr erfolgreiches Jahr für Ethereum, da sehr große Fortschritte bei der Entwicklung von Sharding, Casper, Plasma und Interchain-Protokollen erzielt wurden, sodass das Ethereum-Netzwerk bald 1 Million Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann. Aufgrund dessen erwarte er, dass Ethereum in den nächsten zwei Jahren, 2019 und 2020 eine echte Geschäftsakzeptanz, größere dezentrale Anwendungen (dApps), massive Fortschritte bei der Skalierung sowie eine Übernahme durch Regierungen der ganzen Welt sehen wird.

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