Bitcoin-Mining verbraucht nur 0,1 Prozent der globalen Energie – und ist zudem überdurchschnittlich sauber

Eine Präsentation des Bitcoin Mining Coincils gibt eine Übersicht über den Bitcoin-Energieverbrauch im globalen Vergleich. Dabei zeigt sich, dass der Verbrauch absolut irrelevant ist – und dass die Mining-Industrie eine der saubersten der Welt ist.

Der erst kürzlich gegründete Bitcoin Mining Council vereinigt 23 Mining-Unternehmen, die 32 Prozent der globalen Bitcoin-Hashrate stellen. Vor kurzem hat er nun sein erstes „Global Bitcoin Mining Data Review“ veröffentlicht, welches für das zweite Quartal 2021 aufschlüsselt, wie viel und welche Energie das Bitcoin Mining verbraucht. Der Council schafft, wie versprochen, Transparenz.

Der Transparenzbericht ist eher eine Präsentation, und zudem mit 11 Seiten eine ziemlich kurze. Diese Seiten haben es jedoch in sich: Sie entblößen die so häufig und so vehement geäußerte Sorge wegen des hohen Stromverbrauchs von Bitcoin als Hysterie oder Heuchelei.

So vergleicht die Präsentation etwa den Energieverbrauch von Bitcoin mit dem von großen Industriestaaten. Mit 189 Terawattstunden (TWh) im Jahr steht das Mining sehr weit hinter großen Nationen, etwa Deutschland (3650 TWh), Südkorea (3436 TWh) oder dem Iran (3429 TWh). Insgesamt verbraucht das Bitcoin-Mining etwa 0,1 Prozent der globalen Energie.

Oder, in einem anderen Vergleich: 0,4 Prozent der Energie, die durch Ineffizienz verschwendet wird. Würde man Energieerzeugung und -verbrauch nur ein winziges Stückcken effektiver machen, würde dies sehr viel mehr einsparen, als wenn Bitcoin, wie zuweilen gefordert, auf ein Konsensverfahren umsteigt, welches keine Miner benötigt. Wer ernsthaft am Klimaschutz interessiert ist, weiß, wohin er seine Energie sinnvoll hinwendet.

Man könnte sich jetzt wundern, dass dieser Vergleich ganz anders ausschaut als die üblichen Vergleiche, bei denen Bitcoin so viel verbraucht wie Schweden oder Irland. Dies begründet sich dadurch, dass jene sich zwar beispielsweise „Bitcoin Energy Consumption Index“ nennen, aber in Wahrheit den Stromverbrauch vergleichen, während der Bitcoin Mining Council tatsächlich von der gesamten Energie ausgeht, zu welcher auch nicht in Strom transformierte Arten gehören, wie sie etwa im Transport- und Heizwesen üblich sind. Die Daten, auf denen der Bitcoin Mining Council aufbaut, sind aus dem Statistischen Review von BP zum Jahr 2019.

Ein Vergleich mit der Stromproduktion in den USA unterstreicht, wie irrelevant das Bitcoin-Mining ist. Es verbraucht global 189 TWh, während in den USA allein für die Stromerzeugung 10.463 TWh verbrannt werden, von denen wiederum satte 6.800 TWh bei Erzeugung, Distribution oder Verbrauch verschwendet werden. Bitcoin macht davon gerade mal 2,8 Prozent aus.

Bei dieser Datenlage wären eigentlich keine weiteren Fragen notwendig. Doch die Präsentation des Bitcoin Mining Councils fragt noch, wie nachhaltig der Energiemix des Minings ist. Laut eigenen Schätzungen, Stichproben und Hochrechnungen speist sich das globale Mining zu 56 Prozent aus nachhaltigen Energien, die Farmen des Bitcoin Mining Councils sogar zu 67,6 Prozent.

Damit ist das Bitcoin-Mining deutlich sauberer als alle Länder im Vergleich: Die EU und Deutschland speisen ihren Energieverbrauch zu etwa 50 Prozent aus nachhaltigen Quellen, die USA noch zu etwa 30 Prozent, und China gerade mal zu 14,4 Prozent. Das Bitcoin-Mining ist ganz offensichtlich nicht Chinas Klimaproblem, aber Chinas Energieproblem ist ein globales Klimaproblem.

Schließlich zeigt noch eine Statistik, wie rasch sich der Anteil nachhaltiger Energien bei den Mitgliedern im Mining generell und vor allem beim Bitcoin Mining Councils erhöht. Hier wäre ein wenig mehr Kontext hilfreich: Kommt dies durch ein gestiegenes Bewusstsein der Miner, vor allem in Nordamerika? Liegt es an ihrem Exodus aus China? Doch die Folie bleibt rein deskriptiv.

Und damit endet diese Präsentation schon. Sofern die Informationen solide sind, reichen diese elf Seiten vollkommen aus, das Thema fürs erste und fürs weitere Ad Akta zu legen. Der Anteil von Bitcoin am globalen CO2-Ausstoß ist so lächerlich gering, dass es sich nicht lohnt, darüber auch nur eine Google-Suchanfrage anzuwerfen. Außer vielleicht, um zu erfahren, wie das Bitcoin-Mining die Energiewende befördern kann. Denn wie es aussieht, kann der Klimaschutz durch die Miner sehr viel mehr gewinnen als verlieren.

Original source: https://bitcoinblog.de/2021/07/06/bitcoin-mining-verbraucht-nur-01-prozent-der-globalen-energie-und-ist-zudem-ueberdurchschnittlich-sauber/

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