Ripple-Partner und ConsenSys testen Mikro-Finanzinitiative, um ein 19 Milliarden $-Loch zu stopfen

Ripple und XRP Coin

Laut der Webseite des Ripple-Partners Finastra beabsichtigt die Plattform, eine ehrgeizige Mikrofinanzinitiative namens Trust Machine in Kenia zu pilotieren, um sich auf die Beseitigung der Finanzierungslücke für KMU zu konzentrieren und 50.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Darüber hinaus plant Finastra, sich mit Fragen der Gleichberechtigung im Bereich der Finanzdienstleistungen und der finanziellen Eingliederung von Nichtbanken auf der ganzen Welt zu befassen.

Finastra und ConsenSys wollen neue Mikrofinanzinitiative starten

Der Fintech-Riese Finastra, der im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit Ripple eingegangen ist, verfolgt seine Mission der weltweiten Verbreitung von Innovationen als Teil seiner Strategie für offene Cloud-Plattformen und beabsichtigt, die Finanzierungslücke für KMU in Kenia zu schließen und die Ungleichheit beim Zugang zu Finanzdienstleistungen mit all den neuen Möglichkeiten, die sich daraus für die Menschen ergeben würden, zu verringern.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass der effizienteste Weg, die Zahl der Menschen ohne Bankkonto rund um den Globus (derzeit 1,7 Milliarden Menschen) zu reduzieren, die Bekämpfung der Armut mit einem Anstieg der Beschäftigung ist.

Die KMU-Finanzierungslücke in Kenia und anderen afrikanischen Ländern, die Finastra zu schließen beabsichtigt, beläuft sich auf stolze 19 Milliarden USD. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen Trust Machine, eine Mikrofinanzinitiative, ins Leben gerufen.

Zu den Partnern gehören ConsenSys, ETH Zürich, Greenpoint Financial und Fusion Optimum.

Ripple Partner startet Micro-Finanzinitiative
Quelle: Finastra

Trust Machine zur Steigerung des Wirtschaftswachstums

Trust Machine beabsichtigt, die Finanzierungslücke von 19 Milliarden Dollar um mindestens ein Prozent zu verringern, indem sie möglicherweise 50.000 neue Arbeitsplätze in neuen Ländern schafft, in denen die Unternehmung ihre Tätigkeit aufnimmt, um so das Wirtschaftswachstum zu steigern und die Armut zu bekämpfen.

Abgesehen von dem Schub, den die neue Initiative dem Wirtschaftssektor gibt, ermöglicht sie Fintech-Unternehmen auch die Schaffung von Apps zur Kreditvergabe an lokale Unternehmen.

Sie geht auch Partnerschaften mit lokalen Banken ein, um es ihnen zu ermöglichen, ihre Finanzdienstleistungen an lokale Nichtbanken zu verbreiten, wie z.B. die IFIC Bank in Bangladesch.


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Nigeria reguliert Kryptowährungen – und wird zum afrikanischen Krypto-Hotspot

Nigeria reguliert Kryptowährungen. Was in Europa, Nordamerika und den meisten Teilen Asiens längst geschehen ist, kommt nun auch auf dem afrikanischen Kontinent an. Nirgendwo sonst erfüllen Bitcoin und andere Kryptowährungen eine so wichtige ökonomische Funktion. Das unterstreicht eine neue Analyse.

Dass die Finanzaufsicht SEC in Nigeria als eine der ersten in Afrika beginnt, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu regulieren, liegt nahe. Schließlich ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas, die größte Volkswirtschaft des Kontinents und dessen „Krypto-Hotspot“. Wenn man bei Google Trends danach fragt, wo weltweit am meisten nach Bitcoin gesucht wird, ist Nigeria mit Abstand auf dem ersten Platz – übrigens gefolgt von Südafrika.

Google Trends für das Suchwort „Bitcoin“. Afrika südlich der Sahara und die nördliche Alpengegend scheinen besonders interessiert.

Die SEC des Landes hat nun eine bisher noch eher unklare Regulierung vorgestellt. Dabei kündigt sie vor allem an, dass „Herausgeber oder Sponsoren von virtuellen Assets“ durch die Kommission reguliert werden sollen. Voraussetzung dafür soll aber sein, dass die SEC das Asset als „Security“ ansieht, ein englischsprachiger Begriff, der als „Wertpapier“ nur unzureichend ins Deutsche übersetzt wird. Dabei jedoch betont die SEC, dass jedes virtuelle Asset als Security gelten wird, solange deren Herausgeber nicht das Gegenteil beweisen, etwa indem sie darlegen, dass das Asset einen konkreten Nutzen erfüllt.

Gleichzeitig meint die SEC, dass sie „Krypto-Assets“ als Commodities, also Waren oder Rohstoffe, betrachtet, wenn diese auf einer regulierten Börse gehandelt werden. Bitcoin und andere Kryptowährungen werden damit zur Commodity.

Auch wenn noch kaum etwas darüber bekannt ist, wie scharf die Regulierung greifen wird, sind einige Beobachter optimistisch, dass eine vorsichtige Regulierung dabei helfen wird, die für viele Investoren notwendige Rechtssicherheit zu schaffen.

Ein löchriges Bankensystem und eine schwächelnde Währung

Wie kaum ein anderes Land verdeutlicht Nigeria, dass Kryptowährungen mittlerweile auch in Afrika angekommen sind. Das Land bringt wie erwähnt die höchste Dichte an Google-Suchanfragen auf; die Analysefirma Chainalysis verleiht ihm den achten Rang in ihrem „Global Crypto Adoption Index“, nach Südafrika und Kenia. Diese drei Länder bilden offenbar die wichtigsten Krypto-Standorte des Kontinents, wobei Nigeria als größte Volkswirtschaft naturgemäß die höchste Bedeutung genießt.

Tatsächlich erfüllen Bitcoin und andere Kryptowährungen in einem Land wie Nigeria bestimmte Funktionen, die in Europe nur selten ähnlich relevant sind. So ist die finanzielle Infrastruktur in dem Land zum Teil löchrig, und die Regulierer haben scharfe Auflagen erlassen, wie die Bürger ihr Geld ausgeben können. Ray Youssef von der P2P-Börse Paxful meint dazu, dass viele Menschen in Afrika schon Geld hätten – es aber nicht benutzen könnten. Sofern die Bürger Zugriff auf ein Bankensystem haben, ist dieses oft vom Rest der Welt abgeschnitten, wodurch es nahezu unmöglich wird, Geld ins Ausland zu versenden. Selbst wenn man es nur ins Nachbarland schicken möchte, muss man mehrere Sprünge machen, die oft einen Wechsel in Dollar auf dem Schwarzmarkt, hohe Gebühren und lange Wartezeiten beinhalten.

Ein weiteres Problem von Nigerias Finanzsystem ist die eigene Währung, der Naira. Er hat im Lauf der letzten zehn Jahre ohnehin stark an Wert im Vergleich mit dem Dollar verloren und Berichten zufolge allein 2020 gut 35 Prozent abgegeben. Da die Regierung die Wechselkurse fixiert, aber der tatsächliche Preis oft auf dem Schwarzmarkt ausgehandelt wird, ist der tatsächliche Wert des Naira schwer zu bestimmen. So berechnen Finanzen.net und Google für einen Dollar 382 Naira, aber eine Kalkulation der Schwarzmarktpreise kalkuliert 465 Naira.

Die Wechselkursbindung geht mit den üblichen Problemen einher, die mit dem Schwarzmarkt anfangen und mit Preisbindungen und Kapitalkontrollen enden. Mittlerweile gehen manche Banken schon so weit, ihren Kunden nur noch zu erlauben, maximal 100 Dollar auszugeben, was für viele Nigerianer, vor allem Geschäftsleute, erhebliche Probleme nach sich zieht. Ob die Banken dabei auf eine verschärfte Regulierung reagieren, oder ob die Regel gar einen Dollarmangel ausdrückt, ist mir nicht bekannt.

Die wirtschaftliche Situation Nigerias war schon Mitte 2017 ungünstig, wie beschrieben lähmten der Verfall des Erdölpreises, die Inflation des Naira sowie die Preisbindung und Kapitalkontrollen die Wirtschaft. An dieser Situation hat sich seitdem offenbar nichts geändert; vielmehr dürfte das wirtschaftlich verheerende Jahr 2020 die Lage noch verschärft haben. Zumindest die Weltbank fürchtet, dass Nigeria in die „schlimmste Rezession seit vier Jahrzehnten“ schlittert.

Bitcoins und andere Kryptowährungen werden unter diesen Umständen für Einwohner Nigerias sowohl ein wichtiger Wertspeicher als auch ein Instrument, um Geld ins Ausland zu senden – oder Geld aus dem Ausland zu empfangen. Der Bericht von Chainalysis über Bitcoin in Afrika bestätigt dies.

Bitcoin als Einheitswährung Afrikas?

Zwar sei Afrika die Region mit der kleinsten Kryptowährungs-Wirtschaft, so die Analysefirma. Der Kontinent empfange und versende im Jahr durch onchain-Transaktionen gut 8 Milliarden Dollar. Doch diese relativ kleinen Beträge „schaffen einen lebensverändernden Nutzen in der Region“, indem sie „Rücküberweisungen zu geringen Gebühren und ein alternative Methode des Sparens“ ermöglichen.

In keiner Region der Welt ist unter Krypto-Nutzern der Anteil von Kleinhändlern und Privatnutzern so hoch wie in Afrika. Einen großen Teil davon macht, so Chainalysis, der sogenannte Remittance aus, was die Überweisungen von Gastarbeitern im Ausland an ihre Familien zuhause meint. Die Länder südlich der Sahara – zu denen auch Nigeria gehört – stellen 25 Millionen Gastarbeiter in anderen Ländern, die 2019 rund 48 Milliarden Dollar in die Region geschickt haben.

Die Analysen von Chainalysis zeigen, dass rund 562 Millionen Dollar in Kryptowährungen „aus Übersee nach Afrika gesendet wurden in der Größe privater Zahlungen“. Zwar dürfte nicht jede dieser Zahlungen eine Überweisung von Gastarbeitern darstellen, „doch Regionen mit einer hohen Konzentration an Migranten aus Afrika, etwa Nordamerika, Westeuropa und Ostasien, sind stark vertreten.“ Beides zusammen – Herkunft und Volumen der Zahlungen – könnte einen starken Hinweis abgegen, dass Kryptowährungen für den Remittance verwendet werden.

Grafik aus dem Bericht von Chainalysis. Bitcoins aus illegalen Quellen spielen auch für Afrika eine unbedeutende Rolle.

Ebeneso wichtig seien jedoch auch die Überweisungen zwischen afrikanischen Ländern. Dass hohe Gebühren und lange Umwege diese Zahlungen erschweren, dürfte ein großes Hindernis der Integration afrikanischer Volkswirtschaften sein – und mit ein Grund für den alten, bisher unerfüllten Traum einer afrikanischen Einheitswährung. Der CEO von Paxful kennt einige Beispiele für Afrikaner, die Bitcoins benutzen, um Geld zwischen afrikanischen Ländern zu bewegen, beispielsweise von Südafrika nach Nigeria oder von Kenia nach Malawi. Bitcoin und andere Kryptowährungen könnten in dieser Gegend der Welt mehr als irgendwo anders einen nachhaltigen, positiven ökonomischem Effekt auslösen – nämlich den, die Hürden niederzureissen, die eine ökonomische Integration Afrikas verhindern.

Daneben ebnen Kryptowährungen auch den Weg zwischen Afrika und anderen Weltgegenden wie etwa dem auf dem Kontinent immer stärker präsente China. So unterhalten viele Unternehmer Nigerias Geschäftskontakte nach China, haben aber oft Probleme, Geld direkt nach China zu überweisen, weshalb sie etwa Naira auf dem Schwarzmarkt gegen Dollar tauschen und diese über Hongkong nach China senden müssen. Mit Kryptowährungen sind solche Zahlungen sehr viel einfacher, günstiger und schneller. Die chinesische Investorin Dovey Wan fügt für Chainalysis hinzu, dass oft chinesische Bürger, die in Afrika arbeiten, Kryptowährungen nutzen, um Geld zurück nach China zu führen.

Original source: https://bitcoinblog.de/2020/09/22/nigeria-reguliert-kryptowaehrungen-und-wird-zum-afrikanischen-krypto-hotspot/

Craig Wrights Krypto-Klage ist noch lange nicht abgeschlossen

Die Krypto-Klage gegen Craig Wright von Bitcoin SV nimmt eine weitere Wendung, da der Fall trotz Forderung nach Aufschub vor Gericht fortgesetzt wird

Es ist nicht das erste Mal, dass Craig Wrights Name in Bezug auf den Kryptomarkt in den Medien erscheint. Es sieht so aus, als wäre auch nicht das letzte Mal. Die Nachricht kommt, nachdem bekannt wurde, dass eine Klage, an der er beteiligt ist, Anfang nächsten Jahres vor Gericht fortgesetzt wird. Die Klage dreht sich um den Streit um Wrights frühe Bitcoin-Bestände.

In der jüngsten Reihe von Gerichtsschlachten wurden Wrights Versuche, die Klage durch einen summarischen Antrag abzuweisen, abgelehnt. Gerichtsberichten zufolge handelt es sich beim aktuellen Fall um eine Forderung an Bitcoins im Wert von einer Milliarde US-Dollar.

Der aktuelle Fall

Im Februar 2018 reichte Ira Kleiman im Namen seines verstorbenen Bruders David Kleiman eine Klage gegen Wright ein. Er behauptete, David sei der rechtmäßige Eigentümer der Hälfte von Wrights Bitcoin-Einnahmen, da beide bereits in den frühen Krypto-Tagen eine Partnerschaft zum Bitcoin-Mining geschlossen hatten. Der Fall wurde seitdem vor Gericht fortgesetzt. Anfang dieses Jahres wurden weitere Dokumente zusammengestellt.

Wright hatte kürzlich ein zusammenfassendes Urteil beantragt, mit dem die Angelegenheit beigelegt und die Verhandlung verhindert worden wäre. Die Anfrage stützte sich auf zwei Hauptargumente. Erstens ging es darum, ob die angebliche Partnerschaft im Jahr 2011 endete. So wäre es zu spät für eine juristische Fortsetzung. Die zweite Frage war, ob überhaupt eine mündliche Vereinbarung existierte.

Anfrage abgelehnt, der Fall geht weiter

Der Antrag wurde jedoch durch einen Beschluss abgelehnt, der von Richterin Beth Bloom vom Bundesgericht in Florida unterzeichnet wurde. Die Einreichung ergab auch, dass Kleiman und Wright tatsächlich „die Kontrolle über [ihre] privaten Bitcoin-Schlüssel teilen“. Grundlage der Entscheidung waren Nachrichten, die beide austauschten.

Der Prozess soll im Januar nächsten Jahres fortgesetzt werden. Wright und Bitcoin SV hatten in der Vergangenheit schon aus verschiedenen Gründen für Schlagzeilen gesorgt.

Die großen Blöcke und das kleine Netzwerk des Unternehmens haben Zweifel an seiner Funktionsweise und Legitimität aufkommen lassen. Wright hingegen hat gelegentlich zwielichtige und fragwürdige Behauptungen aufgestellt, er stecke hinter der Identität des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto.

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Gewinne von 500%, aber: Die Hälfte aller DeFi-Farmer kann keine Smart Contracts lesen

Coincierge.de – Aktuelle Krypto-News

CoinGecko, eine beliebte Website fürs Krypto-Tracking, hat heute die Ergebnisse einer neuen Umfrage unter Kryptowährungs-Benutzern zum Yield Farming veröffentlicht. Demnach haben von 1.347 Befragten nur 23% in den letzten 30 Tagen an irgendeiner Form von Yield Farming teilgenommen, mehr als 80% kennen aber zumindest den Begriff. Die Antworten aus der Online-Umfrage zeigen auch, dass 40% […]

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Crypto.com – Probleme / Status

Wer aktuell bei der Crypto.com App nach seinem Guthaben schaut, der bekommt einen kleinen Schreck. Bei Crypto.com findet eine 48 Stunden Wartungsarbeit statt. Ihr könnt den Prozess auf Twitter nachvollziehen. Wir haben auf dieser Seite kurz und knapp alle wichtigen Tweets und den Links zur Statusseite von Crypto.com zusammengefasst. Laut Unternehmen müssen sich die Kunden… Artikel ansehen

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„Eine bewusste Entscheidung unseres Unternehmens, Bitcoin zu unserem Standard zu machen.“

Das IT-Unternehmen MicroStrategy begann im August, für 250 Millionen Dollar Bitcoins zu kaufen, weil es sich nicht länger wohl damit fühlt, Cashreserven in Dollar zu halten. Nun hat das Unternehmen weitere 175 Millionen Dollar in die Kryptowährung investiert. Das macht die Firma effektiv zu einem Bitcoin-ETF – während sich der CEO Michael Saylor als knallharter Bitcoin-Maximalist entpuppt.

Die Frage, wer eine Wette oder ein Risiko eingeht, ist mittlerweile nicht mehr so leicht zu beantworten. Setzen diejenigen, die in Bitcoins investieren, auf einen Trend, der wieder verpuffen kann? Oder riskieren diejenigen ihr Vermögen, die ihre Werte in Fiatgeld wie Euro oder Dollar halten?

Für Michael Saylor, den CEO von MicroStrategy, ist die Antwort mittlerweile einfach. Der Chef des börsennotierten IT-Unternehmens aus den USA hat seinen Aufsichtsrat überzeugt, den Großteil der Cash-Reserven des Unternehmens in Bitcoin zu übersetzen. Nachdem die Firma im August rund 250 Millionen Dollar investiert hat, legt sie nun nach und wechselt weitere 175 Millionen Dollar. Damit hat das Unternehmen insgesamt 425 Millionen Dollar gegen 38.250 Bitcoins getauscht und wird zum ersten Unternehmen außerhalb der Krypto-Branche, das derartige Mengen an Coins in seiner Bilanz verbucht.

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Saylor wird derweil natürlich zum Star in der Bitcoin-Szene. In mehreren Interviews erklärt, welche Motive ihn geleitet haben, mit beinah einer halben Milliarde Dollar auf Bitcoin zu setzen.

„Ein 500-Millionen-Dollar-Eisblock, der vor sich hin schmilzt“

Vor einigen Jahren hat Saylor Bitcoin noch als Zockerei abgetan, die nur schiefgehen kann. Dann kroch er in das Hasenloch von Bitcoin hinein, um genau im richtigen Moment als Maximalist herauszukommen.

Der eigentliche Auslöser, sich noch einmal mit Bitcoin zu beschäftigen, war es, als Block.one, die Firma hinter der Kryptowährung EOS, ihm Mitte 2019 für die Domain Voice.com 30 Millionen Dollar anbot. Saylor hat, wie viele andere IT-Unternehmer, in der Frühzeit des Internets in Domains investiert. Dass eine Kryptofirma bereit war, so viel Geld für eine Domain auszugeben, Jahre, nachdem er Bitcoin für tot erklärt hatte, brachte den CEO ins Nachdenken. Also begann er, sich tiefgehender mit Krypto zu beschäftigen. Er hörte Bitcoin-Podcasts, las Blogs und verschlang die Bücher von Andreas Antonopolous.

Bald darauf florierte seine Firma wie nie zuvor. MicroStrategy wurde zum Corona-Gewinner, und die Firma häufte immer mehr Cash auf den Bankkonten an. Damit setzte sie sich jedoch zunehmend dem Inflationsrisiko aus. Der Dollar ist sowieso schon eine schwache Währung, die gegenüber Aktien, Immobilien oder Hochschulbildung deutlich an Wert verliert. Seit die Notenbank im Kampf gegen die Corona-Rezession noch mehr Geld druckt, werden die Barreserven für Saylor aber zum kaum mehr tragbaren Risiko. „Uns traf die schmerzhafte Erkenntnis, dass wir auf der Spitze eines 500-Millionen-Dollar-Eisblocks stehen, der dabei ist, zu schmelzen.“

Also gab Saylor seinen Managern und Direktoren die „Hausaufgabe“, sich über Bitcoin zu informieren, und begann, die rechtlichen, technischen und finanziellen Schritte einzuleiten, um einen Teil der Barreserven gegen Bitcoin zu tauschen. Im Zuge dieses Prozesses verfestigte sich sein Glaube an Bitcoin immer mehr und wurde zu einer geradezu kultischen Überzeugung, die viele Bitcoiner aus eigener Erfahrung kennen.

Der CEO als Bitcoin-Maxi

In einem Interview mit dem Finanzmagazin Real Vision erklärt Saylor seine Begeisterung für Bitcoin. Wenn man rationalen Menschen genügend Zeit und Resourcen gebe, um Bitcoin zu verstehen, würden sie zum selben Schluss kommen wie er: Falls Bitcoin nicht 100 Mal besser als Gold sei, „dann ist es 1.000.000 Mal besser als Gold“.

Niemand, der Bitcoin wirklich verstanden habe, stecke nur ein Prozent des Vermögens in die Kryptowährung. Stattdessen überkomme ihn unvermeidlich die Furcht, nicht genügend Bitcoins zu besitzen. Daher hatte die Hälfte des Aufsichtsrats bereits persönlich Bitcoins gekauft. Für Saylor war es unbegreiflich, dass es Leute gibt, die ihm tatsächlich mehr als 38.500 Bitcoins verkauft haben. Wer ist bereit, so etwas für kleine Gewinne in einer lachhaften Papierwährung wieder herzugeben?

Der Kauf von Bitcoins war womöglich als Absicherung gegen die Inflation des Dollars gedacht.  Doch mittlerweile ist er mehr, viel mehr: Er ist „eine bewusste Entscheidung unseres Unternehmens, Bitcoin zu unserem Standard zu machen.“ MicroStrategy erkennt den Dollar nicht länger als Leitwährung an, sondern entscheidet sich für Bitcoin.

Im Zuge dieses Bewusstseinswandels hat Saylor auch die Überzeugungen der „Bitcoin-Maximalisten“ übernommen: Zum einen ist Bitcoin für ihn ein Wertspeicher, kein Transaktionsmedium, und also solcher skaliert er prächtig:

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„Wir haben 21.454 BTC durch 78.388 Offchain-Transaktionen erworben, und sie dann durch 18 Onchain-Transaktionen in eine Cold Wallet überführt. Bitcoin skaliert perfekt als Wertspeicher.“

Saylor interessiert sich nicht dafür, ob Leute im Internet mit Bitcoin bezahlen. Ihm geht es darum, ein knappes Gut zu haben, eine Währung, die dezentral ist und sich jeder Kontrolle widersetzt, so, als sei es ein Naturgesetz und kein technisches Artefakt. So etwas muss nicht onchain skalieren, und vielleicht darf es das sogar gar nicht.

Der CEO wäre kein Maximalist, wenn er sich nicht zu 100 Prozent auf Bitcoin fokusieren würde. MicroStrategy hat keine Ether gekauft, keine XRP, keine Bitcoin Cash, keine EOS. Nicht einen einzigen Coin einer anderen Währung. Andere Kryptowährungen sind für ihn irrelevant, genauso wie der typische Dominanzindex von Coinmarketcap, laut dem Bitcoin nur noch knapp 60 Prozent des Marktes ausmacht. Denn in Wahrheit hat Bitcoin einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Das zeigt der „BTC Dominance“ Index, eine Seite, die alle Proof of Stake Coins ausklammert und auf Wunsch auch Smart-Contract-Plattformen wie Ethereum. Unter den verbleibenden Coins hat Bitcoin dann rund 93 Prozent Anteil.

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Kann man so sehen, muss man aber nicht. Wenn man wie Saylor erst Mitte 2019 begonnen hat, sich mit dem Thema zu beschäftigen, läuft man natürlich Gefahr, sich mit solchen Aussagen Spott einzuhandeln. Bissig meint etwa jemand auf Twitter, dies sei „die schlimmste Ratio von ‚Wert des Investments‘ und ‚Verständnis des Investments’“, die ihm jemals untergekommen sei.

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Aber, wenden Bitcoin Maximalisten treffenderweise ein, wer Saylor kritisiert, soll erst einmal selbst eine halbe Milliarde investieren. Wer das Kapital hat, wird schon wissen, was er tut.

DeFi und Ethereum und Smart Contracts sind natürlich toll und faszinierend und, wie auch Saylor findet, „ein nettes Experiment“. Aber für jemanden, der einfach nur einen Wertspeicher sucht, der für die Ewigkeit gebaut ist, ist das egal, wenn nicht sogar störend. Er will ein Netzwerk, das berechenbar, unmanipulierbar und unzerstörbar ist.

Ist MicroStrategy erst der Anfang?

Für den CEO liegt es auf der Hand, dass er lediglich den Anfang macht. Schließlich ist die Entscheidung, Kapital in Bitcoin umzuschichten, die unvermeidbare Konsequenz daraus, Bitcoin zu verstehen.

Allein in den USA gibt es 35.000 öffentlich gehandelte Unternehmen, und diese Unternehmen sitzen auf Barreserven von fünf Billionen Dollar. Für diese Barreserven bezahlen sie in Form der Inflation negative Zinsen. Sie schmelzen wie ein Eisblock. Die Unternehmen lassen sich das gefallen, weil sie keine Alternative zu Cash kennen. Sollten sie einmal verstehen, dass es mit Bitcoin eine Alternative gibt, werden sie einen Teil wechseln. Es wäre dumm, es nicht zu tun. Geschäftsmänner bleiben eher nicht auf sinkenden Schiffen.

Für Saylor ist es unvermeidbar, dass der Preis steigen wird, wenn nur ein Teil der US-Unternehmen einen Teil ihrer Barreserven in Bitcoin wechseln. Aber er spekuliert nicht auf Kursgewinnen. Seine Firma hat die Bitcoins nicht gekauft, um sie gegen mehr Dollar weiterzuverkaufen. Sie sollen ein Fundament für die Ewigkeit sein. Saylor sagt, er will, dass der CEO, der in 100 Jahren seinen Posten übernimmt, diese Bitcoins als Barreserve besitzt. Sie sind der neue Standard.

Natürlich gleitet der Eifer von Saylor etwas ins Irrationale ab. Er hat sich an Bitcoin infiziert. Aber der Markt gibt ihm recht.

Durch das Bitcoin-Investment wurde MicroStrategy effektiv zu einem Bitcoin-ETF: Wer Aktien des Unternehmens kauft, kauft sich in den Erfolg von Bitcoin ein. Deren Kurs tut es gut: Seit der Ankündigung am 11. August, Bitcoins gekauft zu haben, legte er um 30 Prozent an; allein am vergangenen Dienstag, als Saylor den zweiten Kauf öffentlich machte,sprang er um neun Prozent. Der Markt ist aufmerksam. Sollte das Beispiel Schule machen, könnte die Fiatschmelze beginnen.

Original source: https://bitcoinblog.de/2020/09/21/eine-bewusste-entscheidung-unseres-unternehmens-bitcoin-zu-unserem-standard-zu-machen/

Bitcoin berührt 10.650 USD, als Altcoins geschlagen werden

DigiByte (11,89 %) und Orchid (30 %) trotzen dem Trend, da der Bitcoin auf 10.653 USD fällt. Ethereum, Ripple, ChainLink und Polkadot bewegen sich ebenfalls im roten Bereich

Die Woche hat damit begonnen, dass die meisten Altcoins um sinnvolle Bewegungen kämpfen. Wahrscheinlichkeit möglicher Ma0nahmen hängt eher davon ab, wie sich der Bitcoin über 10.800 USD hält.

Obwohl es dem Pionier Crypto-Asset gelang, 11.000 US-Dollar zu knacken und eine wöchentliche Kerze für 10.925 US-Dollar zu veröffentlichen, waren es für Bullen bereits einige herausfordernde Stunden. BTC/USD ist zum Zeitpunkt des Schreibens um 2,95 % gefallen. Es zeigt sich, dass Bären die Preise an die Untergrenze von 10.600 USD drücken.

Wenn die Bullen das Gebiet nicht halten, könnten ein erneuter Test von 10.500 USD und wöchentliche Tiefststände um 10.300 USD Altcoins noch weiter senken.

Altcoin Marktausblick

Während mehrere Altcoins in den Top 100 das Flaggschiff-Paar BTC/USD beschatten und in den letzten 24 Stunden mehr als 3 % verloren haben, werden viele weitere ebenfalls geschlagen.

Zum Zeitpunkt des Schreibens gibt es nicht allzu viele Coins im grünen Bereich. Ausverkaufe drücken die Preise angesichts der Stagnation des führenden Bitcoin-Coins abwärts.

Marktpreiskarte für Kryptowährungen/Quelle: Coin360

Aus den Top 100 stechen jedoch zwei Altcoins hervor: DigiByte (DGB) und Orchid (OXT).

DGB/USD-Preis

DigiByte ist der größte Gewinner unter den Top 50 Münzen. Sein Preis gegenüber dem US-Dollar lag in den letzten 24 Stunden bei 11,89 % im grünen Bereich und wurde bei 0,029 USD gehandelt.

Der Preisanstieg für DigiByte ist darauf zurückzuführen, dass die Kryptowährung ihre Partnerschaft mit PAC Global nutzen möchte, um ihre Stärke als Blockchain-Netzwerk hervorzuheben. Das DGB/USD-Paar hat kürzlich ein fallendes Keilmuster überschritten, um mit 0,026 USD über den großen Widerstand zu springen. Mit einem Preis über den Indikatoren 50 und 100 MA dürften Bullen 0,03 USD anstreben

DGB/USD-Preisdiagramm/Quelle: TradingView

OXT/USD-Preis

Orchids OXT ist zum Zeitpunkt des Schreibens der größte Gewinner in den Top 100. Der Preis des Altcoins ist an diesem Tag um 30 % gestiegen und notiert bei 0,38 USD, nachdem Bullen nicht den Widerstand bei 0,50 USD durchstoßen konnten.

Der RSI begann, sich von überkauftem Niveau aus in die neutrale Zone zu verlagern. Und obwohl die Preise weiterhin über 20 MA und 50 MA liegen, könnte ein starker Rückgang, wie er in der letzten Stunde beobachtet wurde, dazu führen, dass der Kurs auf Unterstützung um 0,28 USD angewiesen ist.

OXT/USD-Preisdiagramm/Quelle: TradingView

 

Ethereum und XRP müssen kämpfen

Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, ChainLink und Polkadot sind zum Zeitpunkt des Schreibens alle zwischen 4,2 % und 11,9 % gesunken. ETH/USD ist um mehr als 6 % auf 354 USD gefallen, während XRP/USD mit 0,23 USD nach einem Rückgang von mehr als 4 % in den letzten 24 Stunden tendenziell niedriger notierte.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Coins wie Flexacoin, Sushiswap, Aave und Synthetix Network. Diese Altcoins verzeichnen einige der größten Verluste, da ihre jeweiligen Preise gegenüber dem US-Dollar in den letzten 24 Stunden um mehr als 16 % fielen.

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Original source: https://coin-hero.de/news/bitcoin-beruehrt-10-650-usd-als-altcoins-geschlagen-werden/

Der Exit-Scam von SushiSwap, der gar keiner war

Eine neue DeFi-App namens SushiSwap holt in 12 Tagen mehr als 1,2 Milliarden Dollar Liquidität ein und macht UniSwap Konkurrenz, indem User mehr als 1.000 Prozent Zinsen auf Einlagen bekommen. Dann verkauft der Gründer seine Token, und die Rede geht um vom „Exit Scam“. Hat DeFi damit den Höhepunkt erreicht? Oder zeigt sich hier nur die brutal-geniale Effizient der dezentralen Finanzen?

DeFi bewegt sich so rasant, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Die Dezentralen Finanzen (DeFi) auf Basis von Smart Contracts der Ethereum-Blockchain sind in den letzten Monaten DER Trend in der Kryptowelt. Wo vorher „nur“ das Geld dezentralisiert wurde, greift DeFi nach den den Finanzdienstleistern, nach Banken und Börsen.

Ethereum-User, die DeFi verstehen, handeln mit Smart Contracts und verleihen Token, um noch mehr Token zu staken. Banker, die DeFi ebenfalls verstehen, dürften DeFi derzeit mit Schrecken beobachten, während Bitcoiner „Betrug!“ brüllen und der Großteil der Menschen, einschließlich der Krypto-User, keine Ahnung hat, was hier gerade vorgeht.

Das Top-Thema am Wochenende war SushiSwap und der angebliche „Exit Scam“ des Chefentwicklers Chief Nomi. Gleichzeitig begannen die generellen Märkte, wieder gen Süden zu stürzen: Bitcoin fiel kurzzeitig wieder unter die 10.000 Dollar, Ethereum ist wieder weniger wert als 300 Euro, und so weiter. Es scheint, als sei die Blase, die sich da aufgebaut hat, geplatzt, noch bevor sie sich voll entfalten konnte.

Da der Aufwind der letzten beiden Monate eng im Zusammenhang mit dem DeFi-Trend stand oder steht, liegt die Frage nahe, ob der Absturz der Kryptomärkte am Wochenende mit dem Exit Scam von SushiSwap zusammenhängt. Hat der DeFi-Hype, um es so zu formulieren, mit SushiSwap seinen Höhepunkt erreicht? Und kehrt nun wieder Nüchternheit zurück?

Wir versuchen, das Thema vom Anfang her aufzurollen. Dank der Komplexität von SushiSwap ist das gar nicht so einfach.

Der UniSwap-Killer mit dem Vampir-Vertrag

Also: SushiSwap ist ein Bündel an Smart Contracts, das UniSwap Konkurrenz machen soll.

Für diejenigen, die UniSwap nicht kennen: Das ist eine dezentrale Wechselstube auf Ethereum, auf der man durch Transaktionen mit Smart Contracts mehr oder weniger alle Token, die auf Ethereum laufen, tauschen kann. Die geniale Innovation von UniSwap war es, die User mit Zinsen dafür zu belohnen, dass sie Liquidität für den Wechsel bereitstellen: Man schießt eine gewisse Menge ETH oder WBTC oder USDC zu, und erhält dafür eine bestimmte Verzinsung. UniSwap wurde damit also zur dezentralen Organisation.

Die DeFi-Wechselstube lief so gut, dass sie mittlerweile eine der größten Börse in der Kryptowelt ist und ein ähnliches Handelsvolumen erreicht hat wie etwa die Börse Stuttgart. Jede zentralisierte Börse sollte beginnen, sich zu fürchten, denn UniSwap demonstriert, dass eine Börse auch ohne zentralen Mittelsmann möglich ist. Dieser schlagende Erfolg von UniSwap lockt natürlich Nachahmer und Konkurrenten an. Beispielsweise SushiSwap.

SushiSwap kopiert dabei einfach das UniSwap-Protokoll und erweitert es. Laut eigener Beschreibung ist dies „der nächste Schritt vorwärts in der Evolution des UniSwap Protokolls“: Man nehme das „elegante Kerndesign“, und füge „Community-orientierte Features“ hinzu. So funktioniert SushiSwap im Grundsatz genauso wie UniSwap: Man kann Tokens tauschen und verdienen, indem man Liquidität zuschießt.

Die maßgebliche Erweiterung ist das, was schon andere DeFi-Projekte wie Compound ausgezeichnet hat und was aus der derzeitigen DeFi-Welle nicht mehr wegzudenken ist: Es gibt ein eigenes Token, SUSHI. Von diesem Token werden jeden ETH-Block, also etwa alle 15 Sekunden, 100 Einheiten erzeugt und unter denen ausgeschüttet, die Liquidität beisteuern. Das SUSHI-Token berechtigt dazu, SushiSwap zu regieren, also beispielsweise darüber abzustimmen, welche Änderungen ins Protokoll gehen. Damit wird SushiSwap tatsächlich „community-orientierter“ als UniSwap, wo die Entwicklung des Protokolls einem zentralen Startup unterliegt, das mittlerweile Kapital von Investoren erhalten hat.

SushiSwap versucht nun aggressiv, die Liquidität von UniSwap abzusaugen. So wie bei UniSwap fallen bei jedem Tausch Gebühren an, die an die Liquiditätsprovider gehen. Aber auch hier gibt es einige kleine Unterschiede: So gehen 0,25 Prozent des Handelsvolumen an die Liquiditätsprovider, aber 0,05 Prozent werden automatisch in SUSHI gewechselt und an die Besitzer der Token verteilt. SUSHI Token gewähren ihren Besitzern also eine fortwährende Verzinsung.

Aber das ist noch nicht alles. User, die Uniswap V2 LP Token in SushiSwap deponieren, erhalten während der ersten beiden Wochen von SushiSwap eine zehnmal so große Belohnung. Mit diesem ganz und gar nicht unwichtigen Teil dürfte die Verwirrung komplett sein. Was ist ein LP Token? Es handelt sich um die Art von Token, die User bei UniSwap erhalten, wenn sie Liquidität deponieren. Diese LP Token berechtigen allerdings nicht zu Abstimmungen oder gewähren eine Verzinsung, sondern bezeugen lediglich, dass man ein Liquiditätsprovider ist. Sie werden – vermute ich – benötigt, um die Token wieder auszuzahlen.

SushiSwap ermöglicht es nun, die LP Token zu deponieren, was bedeutet, dass die User versprechen, die Liquidität von UniSwap zu SushiSwap abzuziehen. Dafür bietet SushiSwap derzeit irrsinnige Zinsen von teils mehr als 1.000 Prozent im Jahr. Es ist klar, dass das nicht nachhaltig sein wird, aber jeder, der derzeit seine UniSwap-Liquidität an SushiSwap verspricht, erhält dafür enorme tägliche Zinsen in SUSHI-Token.

Die skrupellose Effizient von DeFi

Das Konzept ist komplex und skrupellos, aber auch genial. DeFi ist ein Dschungel, der in wenigen Tagen ein Monster ausbrüten kann.

SushiSwap hat das Protokoll am 26. August in einem Blogpost beschrieben. Heute, 12 Tage später, hat das SUSHI-Token eine Marktkapitalisierung von 200 Millionen Dollar, noch bevor die meisten großen Börsen überhaupt in der Lage waren, die Token auf den Handel zu bringen. Gekauft werden die Sushi-Token ironischerweise vor allem auf UniSwap. Die neue Börse selbst läuft noch gar nicht. Erst am 10. September endet die Phase der Liquidität-Akkumulierung und man wird über SushiSwap wechseln können.

Derweil sind die Zinsen, die User erhalten, wenn sie ihre UniSwap LP-Token zu SushiSwap transportieren, enorm: Bis zu 1.500 Prozent im Jahr, also schon allein mehrere Prozent am Tag. Natürlich zieht das, und selbst die hohen Gebühren von Ethereum schrecken nicht, wenn man in so kurzer Zeit so viel Gewinn machen kann.

Ist klar, mehr als 1.000 Prozent Zinsen bei SushiSwap.

Laut der Seite SushiBoard hat SushiSwap bereits jetzt mehr als 1,25 Milliarden Dollar an Liquidität eingeholt. Das sind etwa 75,5 Prozent der Liquidität von UniSwap. So schnell kann es gehen: Das, wofür UniSwap mehrere Jahre gekämpft hat, holt sich ein neues Projekt in wenigen Tagen.

Allein schon das ist so verrückt wie großartig und erschreckend: Ein Team anonymer Entwickler kopiert das Kernprotokoll einer dezentralen Börse, fügt dem weitere Protokolle hinzu, etwa für ein Governance-Token, modifiziert diese, verbindet das System mit aggressiven Anreizen – und holt sich innerhalb weniger Tage 75,5 Prozent der Liquidität von UniSwap, mit der Aussicht, in so kurzer Zeit eine Marktmacht aufzubauen, die sich etablierte Börsen der echten Welt über Jahrzehnte erarbeitet haben. Das ist die brutale Effizienz der Dezentralisierung.

Aber nicht das ist der Skandal, der am Wochenende durch die Kryptowelt ging.

Der Exist Scam, der keiner ist

SushiSwap hat einen Teil der SUSHI-Token als „Devshare“ an die Entwickler gegeben, vor allem an Chief Nomi, den anonymen CTO von SushiSwap. Chief Nomi hat nun am Samstag mehr als 2,5 Millionen SUSHI-Token gegen etwa 18.000 Ether getauscht. Das sind etwa 5,3 Millionen Euro – ein satter Lohn für ein Projekt, das nicht einmal zwei Wochen existiert. So schnell kann man ein Vermögen verdienen, wenn man einige Smart Contracts richtig kombiniert,

Für viele Beobachter war das natürlich ein Skandal: Der anonyme CTO macht den Exit Scam! Alles war nur Betrug, eine Masche, um den Preis eines Tokens hochzutreiben und dann alles brutal zu verkaufen. Ist das so?

Chief Nomi rechtfertigt sich auf Twitter: „Ich habe das getan, weil ich mich um die Community sorge. Ich mache das für euch. Aber alles, was ich zurück bekomme, sind Vorwürfe und FUD. Das ist geschehen: Der Devshare Teil gehört mir, und ich habe ihn gegen ETH gewechselt. Ich höre damit auf, mich um den Preis zu sorgen und werde mich auf die Technik der Migration fokusieren.“

Leute hätten gefragt, ob er den „Exit Scam“ gemacht habe. „Das habe ich nicht. Ich bin immer noch hier. Ich werde weiterhin an der Diskussion teilnehmen und ich werde mit der Technologie helfen. Ich werde dafür sorgen, dass wir eine erfolgreiche Migration haben.“

Grundsätzlich dürfte er recht haben. Es ist sein Reward, das war von Anfang an transparent, und er kann damit machen, was er möchte. Dass er sich die 5,3 Millionen Euro sofort auszahlt, könnte natürlich die Anreize, weiter an dem Projekt zu arbeiten, zunichte machen. Aber auch das ist seine eigene Entscheidung. 5,3 Millionen Euro sind viel, aber am Ende doch auch überschaubar – und dass die Token nun verkauft sind, dürfte SushiSwap stärker dezentralisieren und langfristige Probleme wegen einer zu starken Zentralisierung der Token im Keim ersticken.

Von einem „Exit Scam“ zu reden ist so gesehen schlichtweg falsch. Chief Nomi hat keine User-Guthaben gestohlen, sondern lediglich das, was ihm gehörte, verkauft. Und der Markt hat es offensichtlich ganz gut verkraftet – der Preis der SUSHI-Token ist nur geringfügig gefallen und hat sich jetzt wieder stabilisiert, sofern man das bei einem so jungen Token sagen kann.

Hat der Vorfall, um die letzte Frage zu thematisieren, etwas mit dem Einsturz der Preise am Wochenende zu tun? Vermutlich eher nicht. Der Exist Scam von SushiSwap ist im Grunde kein Exit Scam, und SushiSwap ist auch nicht geplatzt, wie man vielleicht denken könnte, sondern ein recht vielversprechendes Projekt. SushiSwap zeigt nicht, wie man auf den ersten Blick meinen konnte, das Scheitern von DeFi an – sondern, ganz im Gegenteil, es zeigt die enorme Dynamik und brutale Effizient von DeFi. Falls es überhaupt einen Zusammenhang zum Preis gibt, dann sind die Märkte trotz und nicht wegen SushiSwap eingestürzt.

Original source: https://bitcoinblog.de/2020/09/07/der-exit-scam-von-sushiswap-der-gar-keiner-war/

Analyst: Bitcoin muss womöglich erst auf 250.000 $ steigen, bevor große Player einsteigen

Coincierge.de – Aktuelle Krypto-News

In den letzten Jahren gab es viele Befürchtungen, dass Zentralbanken und andere Behörden Bitcoin ins Visier nehmen werden, da sie den Coin womöglich als Bedrohung für die traditionelle Finanzinfrastruktur ansehen. Laut Dan Tapiero sind diese Befürchtungen jedoch vorerst unbegründet. Bitcoin trotz Preisanstieg makroökonomisch noch nicht relevant? Dan Tapiero ist Mitbegründer von DTAP Capital, Gold Bullion […]

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Erster Kanton der Schweiz akzeptiert Bitcoin und Ether für Steuerzahlungen

Natürlich ist es Zug. Der reichste Schweizer Kanton wird ab 2021 Bitcoin und Ether für Steuerzahlungen von bis zu 100.000 Franken akzeptieren. Die Unternehmen im Crypto Valley dürften sich freuen.

Manche Ökonomen finden, dass Geld nur das sein kann, was eine Regierung für Steuern akzeptiert. Sollte dem so sein, dann werden Bitcoin und Ethereum spätestens 2021 endlich zu Geld werden. Zumindest im Schweizer Kanton Zug. Dass es genau hier passiert, dürfte für Beobachter alles andere als überraschend sein.

Zug ist ein eher kleiner Kanton in der Zentralschweiz, der gut 120.000 Menschen beheimatet. Bekannt ist er für seine wirtschaftsfreundliche Steuerpolitik, die dafür gesorgt hat, dass Zug zum reichsten Kanton der sowieso schon recht reichen Schweiz wurde. Beides – sowohl das Steuerwesen als auch der Reichtum – macht Zug zu einem begehrten Standort für die Krypto-Branche, die sich hier unter dem Label „Crypto Valley“ angesiedelt hat.

Ab Februar 2021 können sich viele der ansässigen Krypto-Unternehmen den Umtausch in Franken, wenn sie ihre Steuerschulden bei der Kantonalverwaltung begleichen. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können bis zu 100.000 Franken mittels Bitcoin oder Ether bezahlen, nachdem sie das der Steuerverwaltung mitgeteilt und dann einen QR-Code erhalten haben. Um diese Zahlungen einzurichten, hat der Kanton mit dem Unternehmen Bitcoin Suisse von Niklas Nikolajson kooperiert. Dieses wird die Bitcoin und Ether augenblicklich in Franken wechseln, wodurch der Kanton keine Wechselkursrisiken eingeht – aber sich auch die Chance entgehen lässt, an Kursanstiegen teilzuhaben.

Zug wird damit zum ersten Schweizer Kanton, der Kryptowährungen für Steuern akzeptiert. Neben ihm ist nur eine einzige staatliche Stelle bekannt, die dasselbe macht – die Kleinstadt Chiasso, die ebenfalls in der Schweiz liegt. Zumindest hat sie Ende 2017 angekündigt, ab 2018 Steuerzahlungen in Bitcoin anzunehmen, wobei dies aber eher symbolisch zu verstehen ist, da die maximale Steuerschuld hierfür 250 Franken beträgt.

Die Stadt Zug, im Herzen des Crypto Valleys, geht schon lange sehr viel entschlossener mit Kryptowährungen um. Sie akzeptiert beispielsweise bereits Kryptowährungen für städtische Dienstleistungen und experimentiert auch mit Ethereum-basierten Identitätslösungen, um etwa lokale Wahlen elektronisch zu organisieren.

Original source: https://bitcoinblog.de/2020/09/08/erster-kanton-der-schweiz-akzeptiert-bitcoin-und-ether-fuer-steuerzahlungen/