Putsch mit Börsengang

Beim chinesischen Mining-Giganten Bitmain geschahen in der letzten Woche unerhörte Ereignisse: Jihan Wu hat seinen Mitgründer Micree Zhan über Nacht als CEO abgelöst – und zwar geradezu gewaltsam. Gleichzeitig versucht die Firma erneut, an die Börse zu gehen.

Und noch mal China. Diesmal geht es um Bitmain, den weiterhin weltgrößten Hersteller von Bitcoin-Minern. Vor einigen Tagen kam es in der Beijinger Zentrale des Unternehmens zu etwas, das man gerne einen Putsch nennen darf: Jihan Wu, der Kogründer und ehemalige CEO von Bitmain, hat seinen Mitgründer und amtierenden CEO, Micree Zhan, abgesetzt. Die Aktion lief auf eine Weise ab, die einem Mafiafilm würdig wäre:

Während Micree Zhan auf einer Presseveranstaltung in Shenzen war, hat Jihan Wu innerhalb von 24 Stunden das Unternehmen auf den Kopf gestellt. Er hat eine E-Mail an sämtliche Mitarbeiter in Beijing geschickt, in der er sich selbst zum neuen CEO ernannte und verkündete, dass Micree Zhan ab sofort alle Befugnisse entzogen werden. “Kein Mitarbeiter von Bitmain darf Anweisungen von Zahn entgegennehmen oder in einem von diesem organisierten Meeting teilnehmen.” Wer diesen Anweisungen zuwider handle, werde sofort entlassen.

Bis zum folgenden Tag wurden dem Vernehmen nach zahlreiche Mitarbeiter, die zu Micree standen, gefeuert und durch welche ersetzt, die auf Jihans Seite stehen. Vor allem in der Personalabteilung wurden zahlreiche Mitarbeiter ausgetauscht. Als Micree dann in die Beijinger Zentrale wollte, versperrten ihm Sicherheitsmänner den Weg. Auch der Zugang zu seinem E-Mail-Account wurde ihm entzogen.

Die ganze Aktion fand, wird gesagt, ohne das Wissen und die Zustimmung der Investoren statt. Auf Presseanfragen reagierte Bitmain mit dem Statement, dass alle Entscheidungen von Jihan Wu augenblicklich in Kraft treten sollen. Danach fügte die Presseabteilung einen interessanten Satz hinzu: “Wir sind überzeugt, dass Bitmain unter der Führung von Jihan zurück zu seiner wahren Mission finden wird, sich auf seine Kernkompetenzen fokusiert und das Geschäft organisch und ordnungsgemäß expandiert.” Diese Satz sagt unverhohlen, dass Bitmain unter Micree seinen Fokus verloren habe und ins Chaos abgerutscht sei.

Tatsächlich hat das Unternehmen eine wilde Zeit hinter sich. Nachdem Bitmain noch im Oktober 2018 geplant hat, einen der größten chinesischen Börsengänge aller Zeiten zu veranstalten und dabei bis zu 20 Milliarden Dollar einzunehmen, wurde die Firma von dem “Hashwar” um die Bitcoin-Cash-Fork im November desselben Jahres hart getroffen. Der Kurs von Bitcoin Cash sackte in den Keller – was das Unternehmen hart traf, das mehr als eine Million Bitcoin Cash akumuliert hatte – und Bitmain war gezwungen, für einige Zeit auf Verlust Bitcoin Cash zu minen. Bis Ende Januar musste Bitmain dann zahlreiche Mitarbeiter entlassen und einige Abteilungen schließen, während der Börsengang vorerst gestoppt wurde.  In diesem Zuge gab auch Jihan Wu das Szepter des CEOs an Micree Zhan ab und konzentrierte sich auf neue Unternehmungen.

Trotz der Turbulenzen konnte die Firma ihr Geschäft weiter entwickeln. So hat Bitmain erst vor kurzem eine neue Version seines Flaggschiff-Produktes veröffentlicht, den Antminer S17, und eine 50 Megawatt-Farm in Texas aufgebaut. Mit der angekündigten Word Digital Mining Map kann Bitmain dabei helfen, Miner zu identifizieren, die mit nicht-erneuerbaren Energien arbeiten – und gleichzeitig den Regierungen helfen, die Farmen zu kontrollieren.

Die nun offenkundige Trennung zwischen Jihan und Micree ist brisant. Denn laut dem Hurun-Bericht ist Jihan der zweitreichste Kryptounternehmer Chinas – nach Micree Zhan. Die beiden Geschäftspartner haben sich mit Bitmain eine unglaublich goldene Nase verdient. Dabei war Jihan eher der Geschäftsmann, während Micree die technische Seite des Geschäftes führte. Der Bruch zwischen ihnen ist wie ein Kampf zwischen zwei Giganten. Es ist schwer vorstellbar, dass Micree den Rauswurf einfach so hinnimmt, vor allem, weil er, einem Bericht von 2018 zufolge, mit 36 Prozent sehr viel mehr Anteile an Bitmain hält als Jihan, der nur 20 Prozent besitzt.

Noch brisanter wird die Geschichte durch eine erst heute ans Tageslicht gekommene Entwicklung: In der Woche vor Jihans Putsch hat Bitmain einen heimlichen Antrag auf einen Börsengang in den USA bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. Mit diesem möchte Bitmain nicht mehr wie ursprünglich erhofft mehr als 10 Milliarden Dollar einsammeln, sondern nur noch 300 bis 400 Millionen. Gesponsert wird der Börsengang von – man mag es nicht glauben – der Deutschen Bank.

Die ganze Entwicklung bei Bitmain ist erstaunlich. Auf der einen Seite könnte es tatsächlich so sein, dass die Firma Jihan Wu wieder braucht, weil Micree Zhan als Geschäftsführer eine Niete war, und dass Jihan nicht anders konnte, als zu putschen, weil Micree nicht freiwillig das Steuer abgeben wollte. Damit wäre der Putsch eventuell nur der Höhepunkt eines schon lange gärenden Zerwürfnisses zweier Geschäftspartner. Auf der anderen entzieht sich der Ablauf allen Konventionen und auch des Rechtes, weshalb es kaum zu vermeiden ist, Verschwörungstheorien zu knüpfen. Gibt es einen Zusammenhang damit, dass die Kommunistische Partei “Blockchain” zum nationalen Projekt macht und mehr und mehr beginnt, die Infrastruktur zu nationalisieren? Könnte der Putsch von Jihan mit Genehmigung der Partei abgelaufen sein?

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Was für eine Überraschung: Angeblicher Bitcoin Zeitreisender, nicht aus der Zukunft

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Der Bitcoin Zeitreisende ist zurückgekehrt, welche weiteren Informationen über die Zukunft kann er also mitbringen? Wie sich herausstellte, keine… Oh, und außerdem besteht bei Quantum Computing nicht die Gefahr, dass Bitcoin in absehbarer Zeit gebrochen wird, also kann man sich erstmal entspannen. “Ich bin kein Zeitreisender aus der Zukunft” Die Time-Traveller-Geschichte ist eine der bekanntesten […]

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Trügerische Ruhe am Kryptomarkt?

Was passiert nach dem Pump? Am Dienstag sieht es ruhig aus am Kryptomarkt. Nach dem turbulenten Wochenende scheint es so, als würde sich der Bitcoin eine Verschnaufpause gönnen. Doch diese Ruhe könnte sich schnell als trügerisch entpuppen. Währenddessen melden sich einige Altcoins zurück. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Lage im Kryptospace. Bitcoin Kurs… Artikel ansehen

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Miner Canaan Creative aus China strebt an die NASDAQ

Erobert die Miningbranche bald die Börsen? Canaan Creative will es in den USA mit einem Antrag für die NASDAQ-Zulassung immerhin versuchen. Chinesisches Unternehmen will an die US-Börsenlizenz Wie alle regelmäßigen Leser und Beobachter der Nachrichten aus der Welt der Kryptowährungen wissen, ist Krypto-Mining nicht überall beliebt. Etliche Länder weltweit halten wenig von Firmen, die Bitcoin, Weiterlesen…

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Bakkt startet Consumer-App für Bitcoin Zahlungen bei Starbucks in 2020

Bakkt entwickelt eine neue Consumer-App für Zahlungen mit Kryptowährungen. Das Unternehmen beabsichtigt die neue App in der ersten Hälfte des nächsten Jahres herauszubringen. Zu den Launch Partnern soll auch der Kaffee-Gigant Starbucks gehören.   Nachdem Bakkt am Freitag einen weiteren Handelsrekord von 1.179 Kontrakten seiner Bitcoin-Futures erreicht und die bevorstehende Einführung der ersten regulierten Bitcoin-Optionen im Weiterlesen…

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Tether Boom – USDT als Zahlungsmittel für Glücksspiel und Cannabis

Tether und Bitfinex, Bitcoin

Erneut schafft es der Stablecoin Tether (USDT) große Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nachdem dieser bereits vor wenigen Wochen im Rahmen der aktuellen Diskussion um Bitfinex im Rampenlicht stand. In der Causa Bitfinex geht es vor allem um Marktmanipulation und den Vorwurf, dass auf den Exchanges Geld aus illegalen Geschäften gewaschen wird. Nun berichtet Bloomberg, […]

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Analyst: Regierungen können Bitcoin nicht kontrollieren, Hodler werden nie verkaufen

Coincierge.de – Aktuelle Krypto-News

Bitcoin wird nicht unter staatlicher Kontrolle stehen, wenn große Institutionen oder Regierungen den Vermögenswert aufkaufen, sagt einer der bekanntesten Experten der Branche. Ammous: Bitcoin Hodler werden nicht verkaufen Im Rahmen einer Twitter-Debatte, die am 28. Oktober begann, kritisierte der Autor Saifedean Ammous die Idee, dass “böse Akteure” Bitcoin in Zukunft zum Absturz bringen würden. Das […]

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China meint es ernst mit der Blockchain. Und zwar sehr ernst.

Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping fordert seine Partei dazu auf, die Blockchain-Technologie entschieden für eine Vielzahl von Anwendungen zu nutzen. Dies geht einher mit zahlreichen Initiativen und Neuigkeiten, die demonstrieren, wie ernst es China mit der Blockchain meint. Der Westen droht derweil, abgehängt zu werden – womit eine Diktatur die Gestaltungshoheit über eine Zukunftstechnologie erlangen würde.

China. Mal wieder, aber diesmal in ganz groß. Xi Jinping, das Staatsoberhaupt von China, vielleicht der mächtigste Mensch der Welt, hat in einer Ansprache an seine Partei die Blockchain-Technologie aufs Höchste gelobt. Dass sich ein Präsident Chinas so sehr für eine konkrete Technologie einsetzt, ist selten und verleiht der Blockchain in China einen ähnlichen Status wie dem Internet und der Künstlichen Intelligenz.

Die Ansprache von Xi geht einher bzw. wird gefolgt von einer Menge an verwandten Neuigkeiten aus China: Die Zentralbank meint, ein digitaler Yuan sei kurz vor der Vollendung; die Regierung plant, die Loyalität der Parteigenossen in der Blockchain zu verewigen; ein Krypto-Gesetz wird erlassen, das die Anwendung von Kryptographie vereinheitlichen soll; die Regierung von Sichuan entschließt sich, die überschüssige Hydroenergie noch konsequenter für Blockchain-Dinge zu nutzen; und eine große Bank investiert in eine Bitcoin-Wallet.

Diese Fülle an Neuigkeiten demonstriert, wie groß das Blockchain-Thema in China mittlerweile ist. Wir versuchen, die Nachrichten in einem Artikel zusammenzufassen. Den Beginn macht natürlich die Ansprache des Staatsoberhauptes.

Die Rede von Xi Jinping

Xi Jinping, Vorsitzender der kommunistischen Partei Chinas und Präsident des Landes, ist alles, aber sicherlich kein Kryptoanarchist. Der 66-Jährige genießt vielmehr den Ruf, die Diktatur zurück nach China gebracht zu haben, nachdem sich das Klima unter seinem Vorgänger Hu Jintao gelockert hatte. Dass dieser mächtige Mann nun in einer Ansprache die Blockchain in den höchsten Tönen preist, dürfte in seiner Bedeutung gar nicht zu überschätzen sein. Dovey Wan, eine auf Twitter aktive Krypto-Stimme aus China, auf die wir uns in diesem Artikel noch mehrmals beziehen werden, sagt es so: “Wann immer Xi hinter etwas steht, und wenn er nur eine sehr schwache Präferenz zeigt, werden die lokalen Regierungen mit massiven Zuschüssen und Subventionen folgen.” Daher sei die Ansprache ein “SEHR positives Signal für alle ‘Blockchain, aber kein Krypto’-Unternehmen.”

Was hat Xi also gesagt, und wie kann man es verstehen? Mable Jiang vom Nirvana-Investmentfond hat sich die Mühe gemacht, die Rede ins Englische zu übersetzen und zu kommentieren. Wer sie als Ganzes lesen möchte, sollte dem Link auf Medium folgen. Hier werde ich nur einige Teile diskutieren.

Zunächst verlangt Xi, dass man die Blockchain als “einen wichtigen Durchbruch einer unabhängigen Innovation einer Schlüsseltechnologie” wahrnimmt und “den richtigen Ansatz erkennt, um unsere Ressourcen zu nutzen, unser Investment zu erhöhen und die Entwicklung der Blockchain-Technologie zu beschleunigen.” Blockchain-Anwendungen erstreckten sich bereits auf “das digitale Finanzwesen, das Internet der Dinge, intelligente Produktionsstätten, das Supply-Chain-Management, den Handel digitaler Werte und mehr.” China sei in einer guten Stellung hierfür, müsse aber die Entwicklung anziehen und Blockchain-Lösungen “aktiv bewerben.”

Daher formuliert Xi Jinping zahlreiche Aufgaben für die Partei: So soll etwa die Forschung intensiviert werden. Standards werden zu setzen sein, ein Ökosystem der Blockchains ist aufzubauen, und die Integration von Blockchain mit anderen Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Big Data und dem Internet der Dinge ist voranzutreiben. Auch die Aufklärung und Bildung muss ausgedehnt werden, um einen Talentpool an künftigen Innovatoren zu haben.

Der Präsident sieht für Blockchain so viele Anwendungsfälle, dass er sich beinah wie ein Unternehmensberater anhört: Blockchains sollen das Teilen von Daten verbessern, Geschäftsprozesse optimieren, Operationskosten reduzieren, Synergien verbessern und ein Kredit-System aufzubauen. Die tiefe Integration von Blockchain mit der echten Ökonomie soll Probleme bei der Finanzierung von kleinen und mittleren Betrieben, der Kontrolle von Banken sowie der Überwachung der Regierungsabteilungen lösen. Die Blockchain soll auch die Entwicklung der Industrie beschleunigem, indem sie etwa das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage über die Supply-Chains verbessert. Im Grunde unterscheiden sich Xi Jinpings Vorstellungen gar nicht so sehr von der von der deutschen Bundesregierung formulierten Blockchain-Strategie.

Ferner sollen Blockchains im täglichen Leben der Leute ankommen. Sie sollen Teil der Bildung, Beschäftigung, Pension, Armutsbekämpfung, Medizin, Fälschungsbekämpfung, Lebensmittelsicherheit, öffentlicher Wohlfahrt und mehr werden. Es sei notwendig, die Verbindung von Blockchain und Smart Cities zu erforschen, wie auch ihren Einsatz in der Informations-Infrastruktur, dem Transportwesen, dem Energiewesen sowie der städtischen Verwaltung. Blockchain soll zum Teil der digitalen Regierung werden und helfen, den Daten-Austausch zwischen Städten, Regionen und Abteilungen zu verbessern.

Der Präsident will also eine kaum zu überschaubare Menge an Anwendungen der Blockchain fordern. Freie Kryptowährungen gehören offenbar nicht dazu. Man sollte sich keinerlei Illusionen darüber hingeben, was China von der Blockchain möchte: Es geht nicht um Freiheit und Unabhängigkeit, sondern um Kontrolle. Die Blockchain soll helfen, viele Bereiche der Wirtschaft, der Regierung und des Alltagslebens besser zu kontrollieren. Wer genauer wissen möchte, wozu die Kommunistische Partei digitale Technologien nutzt, sollte einmal das packende und erschreckende Buch “Die Neuerfindung der Diktatur” von Kai Strittmatter lesen, insbesondere die Kapitel über digitale Zensur und künstliche Intelligenz. Technologie ist für die chinesische Regierung vor allem interessant, um die Herrschaft über 1,4 Milliarden Menschen effizienter zu machen. Dass China und Deutschland relativ ähnliche Ideen darüber haben, für welche Bereiche die Blockchain einzusetzen ist, dürfte hier eher erschreckend als ermutigend sein.

Reaktionen

Die Reaktionen auf die Rede von Xi ließen nicht lange auf sich warten. Wie schon ewähnt, ist es denkbar, dass sie zur Explosion der Bitcoin-Preise am Wochenende beitrug. Aber das dürfte der geringste Effekt sein. Wie cnLedger berichtet, empfiehlt die beliebteste Bildungapp des Landes, Xuexi Quangguo, prompt Kurse, die sich ausschließlich der Blockchain widmen und auch Lektionen über Bitcoin und Ethereum enthalten. Wenn der Präsident über etwas redet, wird es nur wenige Tage später zum Teil der Bildungspolitik.

Auch die Medienpolitik passt sich augenblicklich an. Medienartikel, die sagen, Blockchains seien Betrug, werden nun zensiert. “Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Posts, die Blockchain bewarben, fast augenblicklich gelöscht wurden?”, kommentiert cnLedger amüsiert.

Die Kurse von Aktien, die auch nur eine minimale Beziehung zu Blockchain haben, sind nach der Rede explodiert. “Zum Beispiel Xunlei, ein Unternehmen, dass Cloud-Downloading-Services verkauft und behauptet, tief in Blockchains investiert zu haben, hat seine Marktkapitalisierung über Nacht verdoppelt.” Wie Dovey Wan ergänzt, ist XNET, eine Art chinesischer Blockchain-ETF, um 70 Prozent gestiegen. Der Preissprung von Bitcoin ist mit 20-30 Prozent vor diesem Hintergrund geradezu niedlich.

Für cnLedger ist die Bedeutung der Ansprache von Xi kaum zu überschätzen: “Der Präsident von China redet selten über spezifische Technologien. Bis jetzt wurden nur das Internet und künstliche Intelligenz spezifisch angesprochen und vom Zentralbüro kollektiv studiert.” Blockchain habe also dieselbe Geltung in China erreicht wie die Künstliche Intelligenz – die in China ein absolutes Top-Thema in Wirtschaft und Regierung ist. Für jedes Unternehmen des Landes, das mit Blockchain arbeitet, wofür auch immer, haben sich die Chancen, Investment-Gelder zu finden, vervielfacht. Xis Ansprache wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Explosion chinesischer Blockchain-Anwendungen führen.

Dabei sollte man aber, wie bereits erwähnt, nicht erwarten, dass diese Projekte der Freiheit und Autonomie der Menschen in irgendeiner Weise helfen. Vielmehr werden sie die Kontrolle verfestigen, eventuell wirtschaftliche Prozesse verbessern, und im besten Fall helfen, Korruption transparenter zu machen.

Den Zielen treu bleiben

Ein Beispiel für das, was die Regierung mit der Blockchain vorhat, ist das “Herz der Kette“, eine App, die vom Propaganda- oder Nachrichtendepartement der Kommunistischen Partei entwickelt wurde. Der konkrete chinesische Begriff, der dabei im Zentrum steht, ist schwer zu übersetzen; im Englischen heißt er “original aspiration” oder “original intention”, was man als “usprüngliche Ziele” oder “den Zielen treu bleiben” übersetzen könnte. Der Begriff wurde von Xi 2017 geprägt, er ist ein Propagandainstrument, das dafür sorgen soll, dass die Parteimitglieder auf Linie bleiben.

Nun wird dieses Programm durch eine Blockchain-App unterstützt: Dem “Herz der Kette”. Diese soll es den Parteigenossen ermöglichen, ihre “usprünglichen Absichten” auf die Blockchain zu laden, sie dort zu bestätigen und an sie erinnert zu werden. So wie ich es verstehe, können die Genossen eine Art Gelöbnis, ihren Zielen für die Volksrepublik treu zu bleiben, auf die Blockchain laden, wo sie zum unveränderlichen Beginn einer Kette in der Kette wird. Die Aufzeichnung können – oder müssen – sie dann am Geburtstag der Partei öffnen, oder auch für alle Welt öffentlich machen. Alternativ kann das “Herz” auch jedesmal “abgeholt” werden, wenn der Genosse am Parteigebäude ankommt.

Die Genossen sollen also vor der Partei oder dem Volk für alle Ewigkeit für das verantwortlich bleiben, was sie am Anfang ihrer Kette gelobt haben. Die Blockchain wird sie fortlaufend an ihre eigentlichen Versprechen erinnern.

Der chinesische Stablecoin

Chinas Zentralbank PBOC (Bank des Chinesischen Volkes) ist nicht die einzige Bank, die einen eigenen Stablecoin plant, aber vielleicht die erste, die diesen erfolgreich umsetzt. Schon im August hat Bloomberg gemeldet, dass der Yuan-Coin Aussagen der Bank zufolge kurz vor der Veröffentlichung stehe. Dieser digitale Yuan soll, so ist geplant, das chinesische Bargeld ersetzen, also die Geldmenge M0, nicht aber das digitale und kreditgeschöpfte Geld.

Die Zentralbank forscht bereits seit fünf Jahren an der digitalen Währung. Diese soll, wenig überraschend, der Regierung mehr Kontrolle über das Geldwesen geben. Einem Patent zufolge sollen die Bürger des Landes eine App herunterladen, durch die sie ihre Yuan gegen digitales Geld tauschen können. Ob die Papier-Yuan dabei gescannt und ungültig gemacht werden, oder wie es ansonsten geplant ist, ist mir nicht bekannt. In jedem Fall soll diese Digitalisierung der Yuan der PBOC ermöglichen, jede einzelne Transaktion nachverfolgen.

Dieser schon weit gediehene Plan, einen digitalen Yuan auf Blockchain-Basis herauszugeben, dürften sicherlich mit eine Rolle gespielt haben, die Spitze der Kommunistischen Partei zu diesem Loblieb auf die Blockchain zu bewegen.

Das Krypto-Gesetz

Etwa zur gleichen Zeit, am 26. Oktober, hat die chinesische Regierung ein Krypto-Gesetz erlassen. Krypto meint hier ausnahmsweise nicht “Kryptowährung” sondern, ganz im eigentlichen Wortsinn, “Kryptographie”. Das “Büro der staatlichen Verwaltung der Kryptographie” hat das Gesetz erarbeitet. Es soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten und kryptographische Anwendungen und das Verwalten von Passwörtern standardisieren.

Das kryptographische Gesetz sieht vor, dass der Staat die Geheimhaltung von Passwörtern einführt.” Passwörter werden in “Hauptpasswörter, normale Passwörter und kommerzielle Passwörter” unterteilt. Hauptpasswörter sind für geheime Informationen des Staates, kommerzielle Passwörter sollen ökonomische Aktivitäten schützen. Wie genau das Gesetz die Passwortverwaltung spezifiziert, kann ich nicht sagen; es wird in jedem Fall mehrere Kategorie und gründliche Spezifizierungen geben, um den Umgang mit Passwörtern zu regulieren. Von einer Backdoor ist in den mir vorliegenden Quellen nichts zu lesen, aber es wäre nicht erstaunlich, wenn die Regierung sich vorbehält, Hintertüren für Accounts zu besitzen. Es wäre sogar denkbar, dass sie die von ihr verordneten kryptographischen Methoden so entwirft, dass die Regierung ein Masterpasswort hat, oder dass zumindest die der Verschlüsselung zugrundeliegende Entropie soweit abgeschwächt wird, dass die Regierung bei Bedarf jeden Schlüssel brute-forcen kann. Das wäre beispielsweise auch für Bitcoin-Wallets denkbar, ohne dass es der User merkt.

cnLedger schreibt über das Gesetz: “Die zentrale kryptographische Agentur (CCP) wird eine einheitliche Führung über die nationale kryptographische Arbeit haben, Schlüsselrichtlinien formulieren und nationale Sicherheitsaufgaben koordinieren. Das Department unterstützt kryptographische Forschungen, schützt das geistige Eigentum dieser Technologien, und ermutigt zu Innovationen in der Kryptographie und der public/private key Technologie. Keine Organisation und kein Individuum soll verschlüsselte Informationen von anderen Menschen stehlen oder illegal in durch Passwörter geschützte Systeme von anderen eindringen.”

Es sei ein ziemlich langes rechtliches Dokument, kommentiert cnLedger, das vielleicht eher an das ENCRYPT Gesetz der USA erinnere – ein Gesetz, das verhindern soll, dass staatliche Agenturen Backdoors in Hardware wie Smartphones einführen. Sollte dem so sein, wäre das Krypto-Gesetz Chinas überraschend hilfreich. Der Kern davon ist, meint cnLedger, dass “die Entwicklung neuer Kryptographie und Hashing-Algorithmen, vielleicht sogar die Nutzung der Technologie, unter der rechtlichen Aufsicht der Regierung geschieht. Das bedeutet, dass man den CCP-Standards bei allem folgen muss, was mit Verschlüsselung zu tun hat, was ein sehr breites Feld ist, und auch das Mining von Bitcoin-Blocks umfassen kann.” Die Regierung hat, muss man anerkennen, erkannt, dass die Kryptographie ein Zukunftsbereich ist, der für die gesamte Wirtschaft und Informationssicherheit extrem bedeutend ist. Ihn zu fordern ist ohne Zweifel eine Notwendigkeit, die von den europäischen Regierungen oft viel zu wenig erkannt wird.

Und noch mehr …

Es ist kaum möglich, die Nachrichten rund um die Rede von Xi Jinping zusammenzufassen. Interessant dürfte etwa sein, dass die China Merchant Bank, die sechsgrößte Bank Chinas und die zwölftgrößte Bank der Welt, in die Wallet BitPie investiert hat. Das ist die älteste und userstärkste Bitcoin Wallet in China. Dovey Wan meint dazu, es wäre ein Zeichen, “dass China beginnt, die Bitcoin / Cryptocurrency Infrastruktur im Kernland zu nationalisieren. Am Ende können alle Dinge in Staatsbesitz kommen, oder zumindest teilweise (Mining, Asics, Börsen, Wallet und so weiter).”

Am Samstag hat zudem ein Regierungs-Thinktank in der Provinz Sichuan ein Treffen veranstaltet. In diesem Treffen sagte ein Vorstand des Thinktanks, der ehemalige Vizevorsitzender der chinesischen Kommission für die Regulierung des Wertpapierhandels, Yan Jiang, dass die Kombination von Bitcoin, Blockchain und überschüssiger Hydroenergie in Sichuan das Potenzial zu noch mehr wirtschaftlicher Entwicklung habe. Laut Jiang werden etwa 70 Prozent aller Bitcoins in Sichuan geschürft. Er meint, Blockchains können “in jedem Wirtschaftszweig” eingesetzt werden, und Sichuan solle prüfen, wie die reichen Überschüsse an Hydroenergie den Standort weiterhin attraktiv für die Industrie um Kryptowährungen und Blockchains machen.

Gleichzeitig untersucht die lokale Verwaltung Mining-Standorte in Sichuan, die angeblich errichtet wurden, ohne die von der Regierung vorgeschriebenen Prozeduren zu beachten. Neben der Absicht, zu fördern, ist also auch der Wille erkennbar, zu regulieren und zu kontrollieren.

Diese beiden abschließenden Nachrichten zeigen, dass China im Begriff steht, die Kryptowährungs- und Blockchain-Industrie in den Apparate der staatlich gesteuerten Wirtschaft einzuordnen. Zusammen mit dem chinesischen Stablecoin, dem Krypto-Gesetz sowie den von Xi Jinping gesetzten Zielen zur Blockchain-Technologie könnte daraus ein Monster erwachsen, gegenüber dem die Blockchain-Ambitionen der EU, der USA und anderer Länder ins Zwergenhafte schrumpfen. Wie so oft haben die westlichen Nationen einer entschlossenen Offensive von China wenig entgegenzusetzen, vor allem, wenn es sich um eine Technologie wie die Blockchain handelt, die immer in vielfacher Wechselwirkung zum Finanzwesen, zum Recht und zur Regierung steht. Während sich Europa und die USA noch damit beschäftigen, wie die vielen Facetten dieser neuen Technologie unter einen einheitlichen Rahmen kommen, könnte sich China die Vorherrschaft über die Gestaltung der Blockchain-Technologie unter den Nagel reissen und sich einen großen internationalen Vorsprung sichern.

Dass China dabei die Blockchain vermutlich gnadenlos für Überwachung und Kontrolle einsetzt, anstatt für Freiheit und Autonomie, darf und muss Sorgen bereiten. Falls die EU und die USA einen Anteil an der Definition einer neuen Technologie haben wollen, und falls sie dafür sorgen wollen, dass die Blockchain nicht (nur) die Kontrolle, sondern (auch) die Aufklärung und individueller Souveränität befördert, wird es dringend Zeit, die Technologie auch hier intensiver zu fördern. Es kann sein, dass die Blockchain eines der technologischen Felder ist, auf dem die Art und Weise entschieden wird, wie Menschen in Zukunft zusammenleben.

Original source: https://bitcoinblog.de/2019/10/29/china-meint-es-ernst-mit-der-blockchain-und-zwar-sehr-ernst/

Gründe für den Bitcoin-Pump

Warum explodierte der BTC-Kurs? Der Bitcoin hat einmal mehr gezeigt, wie volatil der Kryptomarkt ist. Nachdem die Nr.1-Kryptowährung lange Zeit an der 8000 USD-Grenze verharrte, wurde die 10000 USD-Grenze am 25. Oktober beinahe spielerisch überschritten. Aktuell sieht es danach aus, als würde wieder ein wenig Ruhe am Kryptomarkt einkehren. Doch diese könnte sich als trügerisch… Artikel ansehen

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Der Kryptowochenrückblick – Crypto Capital veruntreute Transaktionen von Binance und Co.

Wochenrückblick – Einführung Lieber Leser, diese und weitere spannende Krypto-News der Woche haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst: Bekannte Krypto-Börsen wie Binance, Kraken, Bitfinex und BitMEX müssen sich aktuell dem Vorwurf stellen, kriminelle Geschäfte wie Geldwäsche betrieben zu haben. Grund dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Crypto Capital. Dieses hatte unter anderem Kundengelder… Artikel ansehen

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