Erlay: Eine Methode, um die Konnektivität des Bitcoin-Netzwerks zu verbessern

Mit Erlay stellen Gregory Maxwell, Pieter Wuille und zwei Forscher der British University of Columbia ein Protokoll vor, um die Bandbreite, die Bitcoin-Knoten konsumieren, erheblich zu verringern. Dies würde es erlauben, die innere Konnektivität des Netzwerks ohne Kosten zu erhöhen. Der Vorschlag ist mutig, weil er an einer Grundsäule des Bitcoin-Protokolls rüttelt.

Ein Bitcoin Full Node konsumiert viele verschiedene System-Ressourcen. Um eine davon – die Bandbreite – handelt ein kürzlich erschienenes Paper von Core-Entwickler Gregory Maxwell, Blockstream-Entwickler Pieter Wuille sowie zwei Forschern der British University of Columbia, Sasha Fedorova und Gleb Naumenko.

Bandbreite meint den notwendigen Internettraffic, den ein Full Node braucht, um Transaktionen, Blöcke und andere Nachrichten zu empfangen und zu versenden. Dies umfasst sowohl den Download als auch den Upload dieser Daten. Die Bandbreite gilt als einer der Flaschenhälse, der die Skalierung von Bitcoin so schwierig macht.

Eine Flut an Nachrichten

Bisher wächst die notwendige Bandbreite linear mit der Anzahl von Peers, die ein Node hat. Ist klar: Mit je mehr anderen Nodes man verbunden ist, desto mehr Bandbreite braucht man, um mit diesen Nachrichten auszutauschen. Der Grund dafür liegt in einer fundamentalen Eigenschaft von Bitcoin: Informationen werden durch das „Flooding“-Modell verbreitet: Jeder Knoten erzählt sie jedem Knoten, den er erreichen kann. Das Netzwerk wird mit ihnen geflutet. Das hat den Effekt, dass sich Transaktionen und Blöcke rasend schnell ausbreiten – aber es hat den Nachteil, dass die Redundanz ziemlich hoch ist.

Immerhin fragen Knoten ihre Peers, bevor sie ihnen Transaktionen senden. Das geschieht durch die sogenannten INV (Inventar) Nachrichten: „Wenn ein Bitcoin-Node eine Transaktion empfängt, kündigt er sie allen seinen Peers an, außer dem Peer, von dem er sie erhalten hat. Um eine Transaktion anzukündigen, sendet der Node eine Hash der Transaktion als INV-Nachricht. Wenn ein anderer Knoten dadurch von einer Transaktion zum ersten Mal gehört hat, wird er die volle Transaktion anfordern.“ Das Ergebnis ist, dass „ein Node mit n Verbindungen zwischen n und 2n INV-Nachrichten für jede Transaktion senden und versenden wird.“

Dies macht Flooding ineffizient. Es gibt sehr viele redundante INV-Nachrichten, deren Menge mit der Anzahl der Verbindungen wächst, die ein Knoten unterhält. Die Autoren des Papers haben gemessen, wie viel Bandbreite ein Knoten braucht, um diese Nachrichten auszutauschen: 9 Gigabyte im Monat. Wenn man die Anzahl der Verbindungen von acht auf 24 erhöht, wächst diese Menge auf 15 Gigabyte. Das macht einen erheblichen Teil der Bandbreite aus, die ein Knoten verbraucht. Von dieser Datenmenge seien 88 Prozent unnötig, um Transaktionen tatsächlich im Netzwerk zu verbreiten.

Die Konnektivität

Da der Bedarf an Bandbreite mit der Anzahl von Verbindungen wächst, die ein Knoten unterhält, ist es schwierig, die „Konnektivität“ des Netzwerks, also die Vernetzung der Knoten, zu erhöhen. Dies aber ist ein Faktor, der für die Sicherheit essentiell sein kann: „Die Sicherheit von Bitcoin hängt von einer adäquaten Netzwerk-Konnektivität ab.“ Die Forschung habe „wiederholt empfohlen, die Anzahl von Verbindungen zwischen Knoten zu erhöhen, um das Netzwerk robuster zu machen.“ So sinkt die Erfolgsrate von Eclipe-Angriffen sowie einem erst kürzlich entdeckten Angriff über die Inventar-Nachrichten, wenn die Knoten besser verbunden sind.

Die Kernfrage, die die Autoren bewegt, ist daher: Wie kann man diese Verbindung lösen? Wie kann man es dem Netzwerk erlauben, die Konnektivität zu steigern, ohne gleichzeitig die Anforderungen an die Bandbreite für Full Nodes zu erhöhen? Die Lösung, die sie dabei gefunden haben, ist Erlay – ein neues Protokoll, um Transaktionen im Netzwerk zu verbreiten.

Abgleich anstatt Flooding

Erlay bricht dabei mit dem Flooding-Verfahren. Das Protokoll begrenzt das Flooding der Nodes auf acht ausgehende Verbindungen, „selbst wenn die Anzahl dieser Verbindungen höher ist“. Das hat den Effekt, „dass die Erhöhung der Konnektivität nicht auch die Kosten der Transaktions-Verbreitung proportional steigert.“

Das ist grundsätzlich einfach zu verstehen. Wenn man seine Daten nur an acht Peers weitergibt, egal mit wie vielen man verbunden ist, ist das Datenvolumen unabhängig von der Anzahl an Peers. Aber hat es nicht den Effekt, dass sich Transaktionen dadurch langsamer im Netzwerk ausbreiten? Macht es nicht eben einen zentralen Effekt einer höheren Konnektivität zunichte?   An sich natürlich schon. Der Großteil des Papers geht daher darum, wie man diesen Nachteil ausbügeln kann.

Dies geschieht durch eine Methode der Abstimmung („Reconsiliation“). Dazu berechnen die Nodes eine Skizze des Sets von unbestätigten Transaktionen, die bei ihnen liegen, und tauschen diese bzw. deren geschätzte Größe mit ihren Peers aus. Sobald die Knoten darin Abweichungen erkennen, können sie von den anderen fehlende Transaktionen anfordern. Eine solche Skizze wird einmal je Sekunde ausgetauscht. Dieser Zeitraum ist variabel, je höher er ist, desto höher kann die Latenz im Netzwerk werden, je geringer, desto geringer fallen die Einsparungen an Bandbreite aus.

Die Autoren haben diese Methode in einem simulierten Bitcoin-Netzwerk mit 6.000 öffentlichen und 54.000 privaten Knoten getestet. Ein solches Netzwerk entspreche dem tatsächlichen Bitcoin-Netzwerk. Um die Effekte von Erlay auf die Konnektivität zu testen, haben sie dabei auch die Anzahl der Verbindungen je Knoten erhöht. Das Ergebnis fiel wie erwartet aus: Erlay spart massiv Bandbreite. Um genau zu sein: 84 Prozent der Daten, die für die Ankündigung von Transaktionen bisher verwendet werden.

„Der Verbrauch von Bandbreite wächst signifikant langsamer. Erlay befördert reibungslos eine höhere Konnektivität, was eine bessere Sicherheit ermöglicht.“ Anders ausgedrückt: Ein Bitcoin-Netzwerk, das Erlay benutzen würde, um Transaktionen zu verteilen, würde es den Knoten erlauben, sich besser zu verbinden. Es würde die „Dichte“ des Netzwerkes erhöhen.

Die Latenz wird etwas höher

Es gibt aber auch einen Nachteil: „Erlay erhöht die Latenz im Vergleich zu Flooding.“ Latenz meint den Zeitraum, den eine Transaktion benötigt, um sich im Netzwerk auszubreiten. Um alle Knoten zu erreichen, braucht eine Transaktion durch Flooding 3,15 Sekunden, während sie mit Erlay 5,75 Sekunden benötigt. Um dagegen bei 80 Prozent der Knoten anzukommen, benötigt eine Transaktion mit Flooding weniger als einer Sekunde und mit Erlay beinah drei Sekunden.

Zudem sinkt bei Flooding die Latenz des Netzwerks mit einer steigenden Konnektivität. Wenn alle Knoten 32 anstatt acht Verbindungen hätte, würde eine Transaktion weniger als eine Sekunde benötigen, um alle anderen Knoten zu erreichen. Mit Erlay bleibt die Latenz beinah unberührt von der Konnektivität.

Die Autoren räumen ein, dass User, die unbestätigte Transaktionen akzeptieren, die Erhöhung der Latenz von etwas über 2 Sekunden spüren werden. Aber sie verstehen das als annehmbaren Tradeoff: „Wir haben uns entschieden, diesen Nachteil in Kauf zu nehmen, weil es ein akzeptabler Preis dafür ist, um die Effizient der Bandbreite zu maximieren.“ Man könnte Erlay aber auch so justieren, dass es eine ähnliche Latenz wie Flooding erreicht, während es weiterhin Bandbreite einspart. Dies würde die Konnektivität ohne Nachteile verbessern.

Original source: https://bitcoinblog.de/2019/05/29/erlay-eine-methode-um-die-konnektivitaet-des-bitcoin-netzwerks-zu-verbessern/

Kenetic Capital’s Chu: Bitcoin Preis wird bis Ende des Jahres 30.000 US-Dollar erreichen

Jehan Chu, Mitbegründer und geschäftsführende Gesellschafter von Kenetic Capital, einer Blockchain-Investmentgesellschaft sagte Bloomberg, dass sich der Bitcoin-Preis mehr als verdreifachen und bis Ende des Jahres 30.000 US-Dollar erreichen wird. Im Gespräch mit Bloomberg Daybreak Asia sagte Jehan Chu, dass die Bitcoin Rallye auf 30.000 US-Dollar von drei wichtigen Faktoren getrieben werden wird: Was die Leute more info …

Original source: https://coin-hero.de/kenetic-capitals-chu-bitcoin-preis-wird-bis-ende-des-jahres-30-000-us-dollar-erreichen/

Lebenszeichen vom Kryptokenner und ein kleiner Rückblick

Nach einem Jahr ohne
neuen Blogartikel möchte ich mich wieder bei euch melden, ein paar
Sätze zur Auszeit sagen und einen kleinen Rückblick und eine
Einschätzung der Marktsituation geben.

Der letzte Artikel stammt aus dem Mai 2018, also vor genau einem Jahr. Seither habe ich außer diesem kleinen Rechner, eine kleine Auszeit von der Kryptowelt genossen und bin anderen Aktivitäten nachgegangen. Das tat gut (Ich verfolgte die Kryptomärkte zu diesem Zeitpunkt bereits schon einige Jahr recht regelmäßig), war notwendig (Ich wechselte meine hauptberufliche Tätigkeit) und da kam mir der Bärenmarkt nach der Rally 2017 ganz gelegen.

Ich möchte mich an
dieser Stelle für eure Zuschriften bedanken und gleichzeitig mich
entschuldigen, wenn ich nicht alle per E-Mail beantwortet habe. Bitte
nehmt es mir nicht übel, aber der Blog hier war ursprünglich nur
als kleiner Blog geplant. 😉

Die Märkte habe
ich, auch wenn mit weniger Aufwand, natürlich weiterhin privat
verfolgt. Diese subjektive Wahrnehmung des letzten Jahres möchte ich
einmal als Grundlage nehmen und mit euch die wesentlichen Ereignisse
zu teilen.

Kryptowährungen /
Bitcoin sind aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden

So schnell Bitcoin und Co. über diverse Print- und Telemedien den Weg in die Öffentlichkeit fanden, so schnell nahm die Berichterstattung und somit die Präsenz in der breiten Bevölkerung auch wieder ab. Ein Blick auf Google Trends bestätigt dies. Ein ganz ähnliches Bild, wie es auch schon zum Hype 2013 der Fall war. Die sogenannte „Hausfrauenrally“ als Frühindikator für ein Ende des Bullenmarktes scheint schnell gefunden, fehlt nur noch die geheime Formel für das Erkennen des Ende eines Bärenmarktes in Kryptoland. 😉

Kryptobörsen werden weiterhin gehackt

Erst kürzlich
wurden wieder zwei größere Kryptobörsen gehackt. Es handelt sich
um Cryptopia und Binance. Bei Binance schaffte man es über einen
Sicherheitsfond zu verhindern, dass Anlegergelder betroffen waren.
Cryptopia steht dagegen wohl vor der Insolvenz – Mt. Gox lässt
grüßen.

Die Leser des Blogs
wissen aber natürlich, dass man keine Coins auf den Börsen nach dem
Handeln lässt.

Das Halving fand nicht statt

Das sogenannte
Halving, also das Wechseln der dominieren Kryptowährung nach
Marktkapitalisierung von Bitcoin zu Ethereum oder einer anderen
Kryptowährung, fand bisher noch nicht statt. In diesem Bärenmarkt
scheint der Bitcoin seine dominante Stellung zurück zu gewinnen und
weilt schon recht lange konstant bei über 50%. Eine mögliche
Begründung hier wäre, dass in einem Bärenmarkt die meisten Anleger
der Altcoins versuchen ihre Gewinne in den sicheren Hafen Bitcoin zu
bringen. Auch wenn Bitcoin eine starke Marke ist, bin ich fest davon
überzeugt, dass das Halving mit Ethereum oder einer anderen
überlegenen Kryptowährung langfristig auf jedenfall stattfinden
wird.

Tech-Unternehmen stärken Verbreitung

Trotz der
ausbleibenden Berichterstattung in den nationalen Medien, haben die
großen Tech-Unternehmen nun auch öffentlich bekannt gemacht, dass
sie an Krypto-Projekten arbeiten oder Kryptowährungen akzeptieren.
Zum einen möchte ich hier verschiedene Stablecoin-Projekte von
großen Messenger-Apps wie Whatsapp und Telegram nennen. Zum anderen
verkündete Starbucks, dass sie Bitcoin und Co. Als Zahlungsmittel
annehmen. Für mich Indikatoren, dass die Wirtschaft nicht nur das
Potential erkannt hat, sondern bereits in fortgeschrittenen Phasen
vielversprechender Projekte für den Massenmarkt sind.

Ich habe noch nicht
ganz entschieden, ob wir wieder vor einem Aufwärtstrend stehen oder
nicht. Ich tendiere zu einem nein und denke, dass die
Seitwärtsbewegung noch ein paar Jahre weiter geht. Ich glaube aber
auch, dass der Boden dieses Bärenmarktes erreicht ist und wir nicht
viel weiter fallen werden.

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Original source: https://kryptokenner.de/lebenszeichen-vom-kryptokenner-und-ein-kleiner-rueckblick/

IOTA führt Netzwerk-Upgrade Coordicide ein, entfernt zentralisierten Netzwerkkoordinator

Coincierge.de – Aktuelle Krypto-News

Die IOTA Foundation kündigte die Einführung von „Coordicide“ an, einem geplanten Protokoll-Upgrade, das den zentralen Koordinator des Netzwerks beseitigt. Laut der Pressemitteilung zielt Coordicide darauf ab, eine neue Art von dezentralem Mechanismus zur Sicherung von Daten und digitalen Assets im Tangle-basierten Netzwerk von IOTA bereitzustellen. Wie bereits in der Pressemitteilung erwähnt, wird das Coordicide-Update drei […]

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Umfrage: großes Interesse für Facebook Coin in den USA

Wird Facebooks Coin zum großen Wurf? Zur Einstellung von US-Bürgern wurde nun eine Online-Befragung zum GlobalCoin realisiert. Fällt die Begeisterung deutlicher als erwartet aus? Eine Lockerung des bisherigen Werbeverbots und im Anschluss News zum GlobalCoin – Facebook verschaffte sich bei Krypto-Anhängern zuletzt mehrfach Gehör. Dass nun bekannt ist, wann die eigene Kryptowährung kommen soll, beendete more info …

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Gegenüber Bitcoin hat der US-Dollar 99,99% seines Wertes verloren

Coincierge.de – Aktuelle Krypto-News

Der Preis für die weltweit größte Kryptowährung stieg in den letzten sieben Jahren um fast 170.000 Prozent – und das wiederum hat dazu geführt, dass der US-Dollar gegenüber BTC fast 99,99 Prozent seines Wertes einbüßen musste. Der Trend ist überraschend ähnlich zum Verhalten der deutschen Papiermark während der Hyperinflation der 20er-Jahre. Bitcoins Preistrajektorie ähnelt der […]

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Cloud Token Wallet App Scam oder seriös?

Cloud Token – Einführung Nach Plus Token kommt nun Cloud Token. Eine „neue“ Multi-Wallet-Krypto-App mit einer Geld verdienen Funktion. Wir haben uns die Webseite, die App und die Unternehmen hinter dieser App mal genauer angeschaut. Am Ende kann sich jeder selbst eine Meinung dazu bilden. Dieser Beitrag wird ähnlich aufgebaut sein, wie er PlusToken Beitrag…. Artikel ansehen

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Original source: https://www.krypto-magazin.de/cloud-token-wallet-app-scam-oder-serioes/

Breaking IOTA News: IOTA bald nicht mehr zentralisiert? – Coordicide vorgestellt

IOTA und Tangle zur Bekämpfung von Hochwasser

IOTA hat heute offiziell seine Lösung für die Zentralsierungsprobleme seines Netzwerks bekanntgegeben. IOTA und der Tangle sollen damit das erste denzentrale und skalierbare DLT Netzwerk der Welt werden. IOTA stellt Coordicide vor Mit dem Start der Coordicide Website und einer ersten Einführung in die Technologie könnte dem Netzwerk von IOTA eine glorreiche Zukunft bevorstehen. Diese […]

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Breaking IOTA News: IOTA bald nicht mehr zentralisiert? – Coordicide vorgestellt erschien zuerst auf CryptoMonday – Decoding Blockchain

Original source: https://cryptomonday.de/breaking-iota-news-iota-bald-nicht-mehr-zentralisiert-coordicide-vorgstellt/

Kryptowährungen gerne, aber bitte ohne Anonymität

Keine guten Nachrichten für Anonymität mit Kryptowährungen: Nach etwa einjährigen Ermittlungen schaltet eine niederländische Behörde einen der größten Bitcoin-Mixer ab. Eine Börse in Dubai nimmt derweil die privateren Kryptowährungen Monero und Zcash vom Handel.

Es war zu erwarten, dass die internationalen Regulierer gegen alles vorgehen werden, was Kryptowährungen und deren User anonym macht. In der letzten Woche wurden gleich zwei Fälle bekannt, in denen dies geschah.

Niederländischer Bitcoin-Mixer durch Behörden abgeschaltet

Zunächst hat die niederländische FIOD-ECD („Fiscal Information and Investigation Service“), eine Behörde am Finanzministerium, die gegen Betrug vorgeht, den Mixer „Bestmixer.io“ abgeschaltet. Laut einer Pressemitteilung von Europol gingen dem Zugriff Ermittlungen der FIOD, Europol und Behörden in Luxemburg seit Juni 2018 voraus, bei denen auch die Internet-Sicherheits-Firma McAfee geholfen hat. Die Pressemitteilung beschreibt Bestmixer.io als einen der größten Mixer für Kryptowährungen.

Mixer haben die Funktion, die Privatsphäre zu erhöhen, indem sie die Zahlungen verschiedener User zusammen mischen, so dass ein Blockchain-Beobachter nicht erkennen kann, wer wem was bezahlt hat. Bestmixer sei, so Europol, einer der drei großen Services gewesen und habe seit Mai 2018 Mixing-Dienstleistungen für Bitcoin, Bitcoin Cash und Litecoin angeboten. Insgesamt seien mehr als 200 Millionen Dollar oder 27.000 Bitcoins durch den Mixer gelaufen.

Die Ermittlungen gegen Bestmixer.io haben gezeigt, dass viele der durch ihn anonymisierten Coins einen kriminellen Ursprung oder ein kriminelles Ziel hatten. Daher vermutet Europol, dass der Mixer genutzt wurde, um kriminelle Geldströme zu verbergen und zu waschen. Dem FIOD gelang es, zahlreiche Daten der Plattform herauszufinden, darunter IP-Adressen, Transaktions-Details, Bitcoin-Adressen und Chat-Nachrichten. Diese Informationen werden mit Europol und den Polizeibehörden anderer Länder geteilt. Es ist also möglich, dass diejenigen, die über Bestmixer.io Coins gewaschen haben, bereits im Fadenkreuz der Ermittler stehen.

Ein Mixer ist an sich nicht illegal. Allerdings dürfte es illegal sein, einen nicht-regulierten Mixer zu betreiben, der darauf verzichtet, durch KYC (Know Your Customer) Verfahren die Identität der User zu ermitteln und eventuell auch verdächtige Transaktionen zu melden. Was einen Großteil des Sinns des Mixers zunichte machen dürfte. Die internationale Polizei geht bereits seit mindestens 2017 gegen illegale bzw. nicht regulierte Mixer vor.

Dubaier Börse delistet Monero und Zcash

Eine Alternative zu Mixern ist es, gleich Kryptowährungen zu verwenden, die Anonymität auf Protokoll-Ebene gewährleisten. Am bekanntesten dürfte hier Monero sein, das mit der Kombination von Ringsignaturen und Confidential Transaktions die vermutlich stärkste Anonymität für alle Transaktionen bietet. Ebenfalls recht bekannt ist Zcash, das durch Zero-Knowledge-Proofs vollständige Anonymität erreicht – aber nur für spezielle Transaktionen.

Ein Bericht der US-amerikanischen Finanzaufsicht FinCEN hat vor kurzem bestätigt, dass solche anonymen Kryptowährungen an sich nicht illegal sind. Allerdings verlangt die Behörde von Börsen, die den Handel mit diesen Währungen zulassen, dass sie die vollen Auflagen der Anti-Geldwäsche-Regulierung umsetzen. Dies kann für Börsen möglich sein, dürfte aber einen nicht geringen Aufwand bedeuten.

Nachdem einige japanische Börsen bereits vor gut einem Jahr begonnen haben, solche privaten Währungen vom Handel zu nehmen, folgt nun mit BitOasis eine der größten Börsen – wenn nicht die größte Börse – der arabischen Halbinsel. Die Börse hat, berichtet AMBCrypto, am 13. Mai eine Zulassung der hiesigen Finanzregulierung (FSRA) erhalten. Auf ihr konnte seit 2018 BTC, ETH, BCH, XRP, LTC, ZEC, XMR, ETC und XLM gehandelt werden. Nun hat die Börse aber offenbar die Kryptowährungen Monero (XMR) und Zcash (ZEC) vom Handel genommen.

Einige User reagierten wütend, weil BitOasis die Maßnahme offenbar vollzogen hat, ohne seine Kunden zu informieren. Die Börse hat über Twitter weitere Infos angekündigt, bislang aber offenbar noch nicht geliefert. Laut Reddit hat BitOasis jedoch einzelne User mit einem Brief über das Delisting informiert. Darin heißt es, dass man die beiden Währungen ab dem 31. Mai „vollständig“ vom Handel nehmen werde. Die User werden zudem aufgefordert, einige Fragen zu beantworten: Was sind die Quellen von XMR und ZEC, die auf die Börse eingezahlt wurden? Was war der Zweck von XMR oder ZEC, die auf BitOasis gekauft wurden? Wenn XMR oder ZEC von BitOasis auf andere Wallets tranferiert wurden – was war der Zweck dieser Überweisungen und wer war der Empfänger?

Die XMR oder ZEC können nach dem 31. Mai liquidiert werden. Allerdings wird BitOasis keine Auszahlungen gestatten, sondern lediglich die Konversion in Bitcoin oder arabische Dirham anbieten, um die Guthaben abzuziehen.

Wie steht es um dezentrale Mixing-Methoden?

All das ist nicht außerordentlich überraschend. Bitcoin wurde mittlerweile in den meisten Ländern der Welt erlaubt, was eine gute Nachricht ist, aber auch bedeutet, dass sich der regulatorische Nebel lichtet. Mit der Regelung, was legal ist, geht die Regelung einher, was nicht erlaubt bzw. streng reguliert ist. Und jegliche Methoden, Bitcoins oder andere Kryptowährungen zu anonymisieren, dürften in die Kategorie „nicht legal bzw. streng reguliert“ fallen.

Dass Börsen und zentrale Anbieter von Mixing-Dienstleistungen hier die naheliegenden Ziele sind, liegt auf der Hand. Es ist zu erwarten, dass wir in Zukunft ähnliche Nachrichten wie diese öfter hören werden. Interessanter wird es dagegen, was mit dezentraleren Methoden der Anonymisierung geschieht, etwa CashShuffle oder die Wallets Wasabi und Samourai, aber auch offchain-Methoden wie Lightning. Dies könnte noch ein spannendes Kapitel in der Zähmung von Bitcoin werden.

Original source: https://bitcoinblog.de/2019/05/27/kryptowaehrungen-gerne-aber-bitte-ohne-anonymitaet/

Ripple: Ist die Kryptowährung nun zentral oder dezentral?

Eine der langanhaltenden Fragen im Krypto-Universum ist, ob Ripple zentralisiert oder dezentral ist. Die einen sagen, Ripple sei scheußlich zentralistisch, die anderen, es sei dezentraler als Bitcoin. Wir versuchen, der Frage auf den Grund zu gehen.

Wenn über Ripple (XRP) geschrieben wird, heißt es oft im gleichen Atemzug, die Kryptowährung sei hochgradig zentralisiert. Diese Feststellung ist so gängig, dass sie von vielen unterhinterfragt wiederholt und nur selten begründet wird. Zur gleichen Zeit erklären viele Ripple-Fans, dass Ripple nicht nur nicht zentralisiert sei, sondern sogar noch viel dezentraler als Bitcoin. Womit die Verwirrung vollständig wäre. Was denn nun?

Wir versuchen hier, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dafür werden wir viele verschiedene Faktoren anschauen, uns den Konsens-Mechanismus von Ripple vornehmen und versuchen, irgendwie zu einer einigermaßen anständigen Bewertung zu kommen.

Die einen hui, die anderen pfui

Wer sich fragt, ob eine Kryptowährung dezentral ist, hat das Glück, dass es eine Webseite gibt, die eine erste Antwort auf diese Frage gibt: Arewedecentralizedyet.com (awdy?). Hier schneidet Ripple ziemlich mies ab:

Es gibt nur einen Client, der von der Firma Ripple (früher: Ripple Labs) herausgegeben wird; eine einzelne Entität hat die Kontrolle über mehr als 50 Prozent der Voting-Power (die Firma Ripple); 78 Prozent der verfügbaren Coins sind im Besitz der reichsten hundert Adresen (ein Großteil davon dürfte die Firma Ripple ausmachen), und es gibt keine nativen Anreize für Nodes, wie den Mining-Reward bei Bitcoin. Die Kryptowährung Ripple, könnte man nach diesen Werten sagen, ist fast vollständig unter der Kontrolle der Firma Ripple.

Die finnische Börse Coinmotion hat, nachdem sie Anfang des Jahres Ripple aufgenommen hat, die Kryptowährung in einem Blogpost als „extrem zentralisiert“ beschrieben: „Das Ripple Netzwerk ist ein Set von verschiedenen Anwendungen von Ripple Labs.“ Die Börse beschreibt die Stellung der Firma im Ripple-Universum als die eines Monopolisten. Und BitMex-Research, der Forschungsarm einer Börse für Bitcoin-Derivate, der für seine ausführlichen Berichte zu verschiedenen Aspekten im Krypto-Ökosystem bekannt ist, schließt eine Analyse von Anfang 2018 mit diesen Worten ab: „Das Ripple-System erscheint für alle praktischen Zwecke zentralisiert zu sein. Es ermangelt daher vermutlich vieler interessanter technischer Eigenschaften, über die Bitcoin verfügt, etwa die Resistenz gegen Zensur.“ Das Standard-Verhalten von Nodes gebe „dem Server von Ripple.com effektiv die volle Kontrolle über das Update des Ledgers.“ Ledger ist bei Ripple das Kontobuch, in dem die Guthaben der User stehen.

Auf der anderen Seite sagte Brad Carlinghouse, der CEO von Ripple, bereits im Oktober 2017: „Ripple ist nicht zentralisiert. Um es klar auszudrücken: Wenn Ripple heute verschwinden würde, würde XRP weiterhin funktionieren. Für mich ist das der wichtigste Indikator dafür, dass etwas dezentralisiert ist.“ Und David Schwartz, der CTO von Ripple, erklärte im August 2018, das Thema, ob Ripple dezentral sei, sei „in wildester Weise nuanciert und missverstanden.“ Ripple basiere auf einem „inhärent dezentralen und demokratischen Konsens-Mechanismus, den keine Partei kontrollieren könne.“ Ripple sei sogar sehr viel dezentraler als Bitcoin und Ethereum, wo eine Handvoll von Mining-Lords die Kontrolle über die Blockchain hätten. Und während Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum im Lauf der Zeit immer zentralistischer werden, werde Ripple immer dezentraler.

So. Da wären wir also. Die einen sagen, total zentralistisch, die anderen, total dezentral. Wie gehen wir von hier aus weiter?

Was bedeutet es eigentlich, wenn man von „Dezentralität“ spricht?

Ein guter Anfang wäre es vermutlich, die Frage zu besprechen, was „dezentral“ eigentlich meint. Wenn wir davon keinen klaren Begriff haben, ergibt es auch keinen Sinn, zu fragen, ob etwas dezentral ist. Ohne ihn wäre jede Antwort – „zentral“ oder „dezentral“ – gleichzeitig richtig und falsch, weil sie ja davon abhängt, wie wir Dezentralität definieren. Also: Was meint Dezentralität?

Vermutlich ist es unmöglich, darauf eine definite Antwort zu geben. „Dezentralisierung“ ist ein eher philosophisch-politisches Konzept. So ähnlich wie „Gerechtigkeit“ oder „Freiheit“, und damit immer im Auge des Betrachters. Aber man kann ein paar mögliche Anhaltspunkte dafür festhalten:

  • Kein „Single-Point-of-Failure“: Ein zentrales Netzwerk operiert um einen Kopf herum. Wenn man diesen Kopf abschlägt, funktioniert das Netzwerk nicht mehr. Er ist der „einzelne Punkt des Scheiterns“ (Single Point of Failure). Wenn ein Netzwerk einen solchen Punkt nicht hat, ist es dezentral. Eine Schlange ist zentralisiert, weil man ihr den Kopf abschlagen kann. Eine Hydra ist es nicht.
    In ähnlicher Weise darf keine zentrale Partei in der Lage sein, das System zu verändern oder das Kontobuch mit vergangenen Transaktionen zu manipulieren. Einige Leute gehen dabei auch so weit, von einem dezentralen System zu verlangen, dass selbst die Mehrheit dazu nicht in der Lage ist, sondern man einen „Konsens“ braucht, was wieder ein schwammiges Konzept ist, das man in „absolute, überwältigende Majorität“ übersetzen könnte.
  • Artistokratie oder Gleichheit: Manchen Leuten ist es genug Dezentralisierung, wenn es keinen Kaiser gibt, sondern nur Könige. Für sie war beispielsweise die Machstruktur des frühmittelalterlichen Europas, in dem die Könige, Großherzöge und Fürstbischöfe der verschiedenen Territorien ihre Machtspielchen gespielt haben, dezentral. Andere dagegen verlangen, dass es auch keine Aristokratie gibt, sondern dass alle Knoten im Netzwerk gleichberechtigt sind.
  • Erlaubnisfreiheit und Verifizierung: Ein Aspekt von Dezentralisierung könnte es sein, dass das Netzwerk erlaubnisfrei sein muss: Jeder muss in der Lage sein, teilzunehmen, unabhängig davon, wer er ist und woher er kommt. Es muss ohne Vertrauen funktionieren. Einige verlangen auch, dass jeder in der Lage sein muss, die gesamte Geschichte der Transaktionen von Anfang bis Heute selbst zu verifizieren, um absolut sicher festzustellen, dass eine Transaktion, die er erhalten hat, korrekt ist.
  • Fairness: Die Coins sollten einigermaßen fair verteilt sein. Wo fair beginnt und aufhört, ist dabei eine Frage, die ziemlich unmöglich zu beantworten ist. Aber klar dürfte sein, dass eine Kryptowährung kaum als dezentral gelten kann, wenn eine einzelne Partei die Hälfte aller Coins hat. Ebenso sollte die Macht im Ökosystem fair verteilt sein. Eine Kryptowährung kann kaum dezentral sein, wenn eine Partei die Kontrolle über alle relevanten Bestandteile des Ökosystems hat.

Damit hätten wir einige Indikatoren. Es ist klar, dass eine Kryptowährung „dezentraler“ ist, wenn diese Indikatoren besser erfüllt sind, und „zentraler“, wenn sie weniger erfüllt sind. Dies bedeutet aber nicht, dass sie eine eindeutige Grenze markieren, ab wann etwas dezentral oder zentral ist. Wo man diese Grenze setzt, hängt von den eigenen Ansprüchen ab. Dem einen reicht es, wenn ein Coin keinen zentralen Kopf hat; für den anderen ist alles zentralisiert, bei dem er nicht die Blockchain auf einem Mikrocomputer von Genesis an durchrechnen kann.

Um diese Kategorien jetzt auf Ripple anzuwenden, müssen wir uns zunächst noch einmal anschauen, wie Ripple funktioniert.

Wie Ripple einen Konsens im Netzwerk schafft

Wenn man an Kryptowährungen wie Bitcoin gewöhnt ist, bei denen ein Proof of Work durch die Miner über die gültige Chain entscheidet, ist es sehr kontra-intuitiv, zu verstehen, wie Ripple funktioniert. Dabei ist es eigentlich recht simpel.

Im Kern beruht der Konsens bei Ripple auf Vertrauen. Jeder Knoten ist mit anderen Knoten verbunden, und sobald eine Transaktion von einer bestimmten Anzahl dieser Knoten akzeptiert ist, akzeptiert man sie auch. Auf diese Weise kommt das Netzwerk zu einem Konsens. So einfach ist das. Dabei zählt nicht jeder Knoten, sondern nur sogenannte „Validatoren.“ Jeder Knoten im Netzwerk verbindet sich zu einer frei wählbaren Anzahl von Validatoren, und sobald mehr als 80 Prozent eine übereinstimmende Ordnung der Transaktionen signalisieren, akzeptiert er diese Ordnung.

Wenn das Netzwerk keinen Konsens hat – wenn also weniger als 80 Prozent der Knoten der Ordnung der Transaktionen zustimmen – stoppt es. Hier habe ich noch nicht ganz verstanden, wie dieser Mechanismus funktioniert, also, woher das Netzwerk zum Konsens kommt, dass es keinen Konsens hat, wie die Abschaltung funktioniert und wie es wieder reaktiviert werden kann.

Dabei sollte man noch wissen, dass Ripple ein etwas anderes Buchungssystem als Bitcoin verwendet. Während bei Bitcoin die Transaktionen über sogenannte „UTXOs“ (Unspent Outputs) abgewickelt werden – was man sich wie Münzen vorstellen kann – gibt es bei Ripple „Accounts“. Eine Adresse verfügt nicht über eine Menge an „Coins“ (das sind die UTXOs), sondern über ein Guthaben, wie beim Bankkonto. In gewissen Zeitabständen wird die Gesamtheit dieser Guthaben mit einem Schnappschuss als „Ledger“ abgespeichert und im Netzwerk geteilt. Als Beweis dafür wird ein Hashtree dieses Schnappschusses im Netzwerk geteilt. Dieser hilft, ein Update des Ledgers zu prüfen. Mit diesem System sind Ripple-Nodes in der Lage, alte Transaktionen einfach wegzuwerfen, da die aktuellen Guthaben durch den Hashtree bestätigt werden.

Die XRP genannten Token sind die native Währung von Ripple. Sie sind mengenmäßig begrenzt, können nicht mehr geschaffen werden und Transaktionen mit ihnen sind, so die Firma Ripple, unzensiersierbar. Die XRP dienen als Spamschutz. So braucht man eine geringe Menge XRP, um einen Account zu eröffnen, der im Ledger eingetragen wird, und man muss auch eine kleine Menge XRP vernichten, wenn man eine Transaktion zeichnet. Dieser Betrag steigt an, wenn es eine Spamwelle auf Ripple gibt. Damit sind die XRP-Token langfristig deflationär.

Ihnen gegenüber stehen andere Token, die beispielsweise Dollar, Euro oder Bitcoin repräsentieren. Sie werden durch sogenannte „Gateways“ geschaffen, die dafür die entsprechenden Werte vorrätig halten. Solche Token können durch die Gateways zensiert und eingefroren werden.

Der riesige Einfluss von Ripple Labs

Nun zur Rolle der Firma Ripple in all dem. Diese erstreckt sich auf mehrere Kernbereiche von Ripple: Erstens die Distribution der XRP-Token, zweitens die Entwicklung der Software, und drittens die Schaffung des Konsens.

Schöpfung und Distribution der XRP-Token
Ripple war ursprünglich ein Zahlungssystem ohne die XRP-Token, das einen eher überschaubaren Erfolg hatte. Irgendwann 2012 oder 2013 hat sich Ripple dann neu erfunden und die XRP Token eingeführt. Von diesen wurden 100 Milliarden geschaffen. 80 Milliarden davon wurden an die nun gegründete Firma Ripple Labs gegeben, 20 Milliarden an die drei Gründer Chris Larson (9,5 Milliarden), Jed McCaleb (9,5 Milliarden) und Arthus Britto (1 Milliarde). Während Jed McCaleb einen Großteil seiner XRP mittlerweile auf den Markt geworfen hat, hat Chris Larson diese gehortet. Als XRP im Januar 2019 ein Allzeithoch von beinah drei Dollar erreicht hatte, stieg das Vermögen von Chris Larson kurzzeitig auf mehr als 50 Milliarden Dollar, was ihn zu einem der reichsten Menschen der Erde machte. Einem (nicht mehr verfügbarem) Graphen zufolge hat auch CTO David Schwartz im Jahr 2013 gut eine Milliarde XRP erhalten; bekannt ist, dass er im April dieses Jahres ungefähr 2,8 Millionen XRP verkauft hat.

Die Firma Ripple kümmert sich seitdem darum, diese Coins weise und gerecht zu verteilen. Bisher hat die Firma rund 25 Milliarden XRP in Umlauf gebracht. Ende 2017 hat sie dann 55 Milliarden XRP in einen Treuhandfonds gesteckt, um „die Menge der XRP mit Sicherheit zu jedem Zeitpunkt bestimmbar zu machen“, wie die Firma auf ihrem Blog schreibt. Dafür hat Ripple ein Treuhand-Feature der XRP-Ledger genutzt, das die XRP für eine vorher bestimmte Zeit einfriert. Mit 55 Verträgen wurde je eine Milliarde XRP eingefroren, von denen jeden Monat eine freigegeben wird, um wohl von Ripple nach Gutdünken verteilt oder verkauft zu werden. XRPs, die dabei übrig bleiben, werden erneut eingefroren. Die Analyse-Firma CoinMetrics berichtet, dass es Unstimmigkeiten zwischen dem gibt, was Ripple für das Treuhand-System angekündigt und wie es umgesetzt wurde, sowie wie Ripple die Erlöse verbucht und wie sie tatsächlich verwendet wurden.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Geldschöpfung von XRP absolut willkürlich vonstatten ging. Der Großteil der Coins wurde in einem geschlossenen Zirkel von Gründern verteilt, die massiv von jeder Wertsteigerung seitdem profitiert haben bzw. profitieren. Auch die weitere Ausschüttung der Coins obliegt der Firma Ripple, auch wenn sich diese selbst auf eine Milliarde XRP je Monat beschränkt. In diesem Sinne ist die Geldschöpfung bei Ripple um ein vielfaches zentraler, als sie es beim politischen Fiat-Geld jemals war. Das Ergebnis ist eine der ungleichsten Verteilungen von Coins im Krypto-Universum.

Die Entwicklung der Software
Die Ripple-Software – also die Node-Implementierung – obliegt zu 100 Prozent den Software-Entwicklern der Firma Ripple. Die Firma wirbt damit, einige der besten Entwickler der Welt dafür angestellt zu haben.

Ripple schreibt dazu: „Ein Team von Vollzeit- und Weltklasseentwickler bei Ripple wartet und verbessert die dem XRP Ledger unterliegende Software. Ripple agiert als ein Wächter und Steuermann der Technologie (‚Steward‘) und als ein Berater für deren beste Interessen, während die Firma konstruktive Beziehungen zu Regierungen und Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt knüpft.“ Die Software ist Open Source und kann von jedem heruntergeladen und, theoretisch, verändert werden. Allerdings dürfte es praktisch unmöglich sein, Änderungen einzuführen, die nicht von Ripple abgenickt werden.

Man kann festhalten, dass sich die Entwicklung der Ripple-Software vollständig auf die Firma Ripple konzentriert.

Der Konsens
Als BitMex einen Ripple-Validator gestestet hat, haben die Autoren der Analyse die folgende Feststellung gemacht: „Der Node operierte, indem er eine Liste von fünf öffentlichen Schlüssel vom Server v1.Ripple.com herunterlud. Diese fünf Schlüssel sind Ripple.com zugeschrieben. Die Software weist darauf hin, dass vier der fünf Schlüssel notwendig sind, damit ein Vorschlag akzeptiert wird. Da die Schlüssel alle vom Ripple.com Server heruntergeladen werden, hat Ripple essenziell die volle Kontrolle darüber, wie der Ledger vorwärtsbewegt wird.“

Dieser Absatz bezieht sich darauf, wie die Nodes die Validatoren aussuchen, denen sie vertrauen: Sie besuchen eine Liste auf dem Server von Ripple und bekommen von diesem öffentliche Schlüssel. Die von ihnen so ausgewählten Validatoren signieren ein Update des Ledger mit diesem Schlüssel, so dass der Node von BitMex weiß, dass sie von ihnen sind. Natürlich liegt es dem User frei, sich andere Validatoren auszuwählen, aber solange die Standardeinstellung zu Ripple hinweist, hat die Firma faktisch eine beinah unbegrenzte Macht.

Noch Ende 2017 hätte die Firma Ripple dem Befund von BitMex zugestimmt. In einem Post schreibt die Firma, dass sie „sich bewusst entschieden hat, der am meisten vertraute Validator-Betreiber im Netzwerk zu sein, um die erste Phase der Entwicklung des XRP-Ledgers zu durchlaufen.“ Diese Entscheidung basiere auf einer Entscheidung für Sicherheit und Skalierbarkeit zuungunsten der Dezentralität. Im Frühjahr 2017 hat Ripple mit 25 Validatoren die Mehrheit dieser Knoten gestellt.

Allerdings hat die Firma Mitte 2017 eine „Strategie zur Dezentralisierung“ eingeleitet. Diese beinhaltet, dass Ripple auch externe Validatoren in die „Unique Node Lists“ (UNLs) aufnimmmt, in denen die vertrauenswürdigen Ripple-Nodes stehen, sofern diese Nodes bestimmte, von Ripple diktierte Bedingungen erfüllen. Zu Beginn der Dezentralisierungs-Kampagne wurde diese Liste von Ripple herausgegeben und enthielt nur Nodes von Ripple. Die Firma plant aber, dies zu ändern; für alle zwei neuen Nodes, die die Kriterien von Ripple erfüllen, wird die Firma einen eigenen Node entfernen. Das Ziel ist es, überhaupt keinen Validator mehr selbst zu betreiben.

Die Liste der UNLs, aus der sich neue Knoten vertrauenswürdige Validatoren aussuchen, wird aber offenbar weiterhin von Ripple gestellt. Bis heute ist die Anzahl der Validatoren im Netzwerk auf 199 angewachsen, von denen laut Charts nur noch etwa sechs von Ripple stammen. Von diesen haben aber nur etwa 30 einen Rang in der UNL-Liste; nur ein ähnlich kleiner Anteil der Knoten hat laut einem Node-Explorer eine Anzahl von mehr als 100 Inbound-Connections und mehr als 40 Outbound-Connections. Es dürfte wahrscheinlich sein, dass diese kleine Gruppe von Knoten den Konsens im Ripple-Universum unter sich ausmacht.

Es ist hier also positiv festzustellen, dass Ripple seinen Einfluss auf die Konsens-Bildung tatsächlich eigenmächtig zurückgefahren hat. Die Gruppe der Knoten, die den Konsens bestimmen, ist aber weiterhin relativ klein; und der Einfluss von Ripple darauf, welche Knoten das Vertrauen der anderen genießen, weiterhin immens, da die Firma mit der Herausgabe der Software deren Standardeinstellung bestimmt und auch weiterhin die wichtigste Liste mit Validatoren führt.

Kann der Konsens-Mechanismus von Ripple überhaupt dezentral sein?

Natürlich ist der Einfluss von Ripple, der Firma, riesig. Das dürfte niemand bestreiten. Allerdings dürfte es zutreffen, was CEO Garlinghouse sagt: Selbst wenn die Firma verschwände, würde das Ripple-Netzwerk weiter existieren. Damit ist zumindest eine sehr grundlegende Anforderung an Dezentralität erfüllt. Zudem ist der Einfluss eines einzelnen Akteurs keine systemische Eigenschaft einer Kryptowährung, sondern lediglich ein temporärer Zustand. Dass die Firma Ripple einen so großen Einfluss hat, bedeutet nicht, dass das immer so sein muss. Die interessantere Frage ist daher: Ist Ripple, das System, in der Lage, ein dezentrales Netzwerk anzutreiben?

Für manche ist der große Einfluss, den das Vertrauen bei Ripple genießt, schon ein Grund an sich, das Netzwerk für nicht fähig zur Dezentralität zu halten. Bei Bitcoin gibt es einen harten, kryptographischen Beweis dafür, welche Kette gültig ist: Die schiere Menge an Energie, die für Proof of Works verwendet wurde. Jeder kann das für sich selbst nachprüfen. Bei Ripple gibt es dafür lediglich das Vertrauen in die Mehrheit der Knoten. Dies könnte das System anfällig für Korruption, Missbrauch von Vertrauen und so weiter machen. Wie es schon Friedrich von Hayek sagte: Die Regierungen dieser Welt haben zu allen Zeiten das Vertrauen der Völker in sie missbraucht, um das Geld zu manipulieren. Warum sollte es mit Ripple anders laufen?

Andererseits könnte es durchaus sein, dass Ripple es geschafft hat, eine mathematische Funktion zu entwickeln, die sehr resistent gegen Missbrauch ist bzw. dessen Folgen drastich einschränkt. Der kontinuierliche Strom an durch Hashtrees geprüfte Ledgers (also Guthabenstände) dürfte es selbst für eine Mehrheit sehr schwierig machen, das System zu manipulieren. Aber hier muss ich einräumen, die Grenze meiner Kenntnis erreicht zu haben. Ich kann es nicht einschätzen, welche Macht ein Kartell der Validatoren hat, und es fällt mir auch schwer, etwas darüber zu sagen, wie und was einzelne Knoten verlieren können, wenn 80 Prozent der von ihm ausgewählten Validatoren ihn hintergehen. Eine schwierige Frage ist auch, wer bestimmt, dass sich das Netzwerk abschaltet, wenn es keinen Konsens mehr hat, und wer es wieder anschaltet. Ist das überhaupt möglich, ohne einer zentralen Stelle die Kontrolle zu übergeben?

Für viele Bitcoiner dürfte noch eine weitere Eigenschaft des Systems gegen Dezentralität sprechen: Die Knoten und Validatoren laden in der Regel lediglich eine Reihe aktueller Ledgers herunter. Das ist praktisch, weil man sich dafür die langwierige Synchronisierung eines Nodes, wie man sie von Bitcoin kennt, spart. Die volle Blockchain – die mit der Schöpfung der 100 Milliarden Ripple beginnt – benötigt bereits jetzt neun Terabyte. Und das, wo Ripple noch gar nicht im Ansatz so benutzt wird, wie viele Ripple-Fans es für die Zukunft versprechen. Es wird relativ rasch ein Punkt erreicht werden, an dem es mehr oder weniger unmöglich sein wird, die aktuelle Ledger von Anfang an durchzurechnen, selbst für große Institutionen mit mächtigen Supercomputern und Lagerhallen voll SSD-Festplatten. Wird man es dann überhaupt noch feststellen können, ob die Historie der Transaktionen – und das gesamte Guthaben von XRP – korrekt ist?

Schließlich bleibt noch die Frage nach den Anreizen für Nodes. Bei Bitcoin haben die Mining-Nodes massive Anreize, ehrlich zu sein und in starke Systeme zu investieren. Diese Anreize gibt es bei Ripple nicht. Die Nodes werden auf mehr oder weniger freiwilliger, ehrenamtlicher Basis betrieben. Manchmal heißt es, ein solcher Node hilft beispielsweise Institutionen wie Banken, einen flüssigen Kontakt zum Ripple-Netzwerk zu bekommen und gleichzeitig dessen Stabilität und Sicherheit zu helfen. Aber ob das wirklich ausreicht? Braucht Dezentralität nicht Anreize, die ein Gleichgewicht bilden? War nicht genau das der spieltheoretische Geniestreich von Satoshi?

Der Kreis schließt sich …

Ein wenig enden wir dort, wo wir angefangen haben: Dezentralität ist subjektiv. Ripple erfüllt sicherlich einige Anforderungen an ein dezentrales System, insbesondere wenn man den gigantischen Einfluss von Ripple Labs als eine temporäre Phase begreift, die womöglich vorübergehen kann, wenn der XRP-Ledger wie geplant das Kontobuch des Planten Erde wird. Dann werden womöglich Banken und Zentralbanken in XRP-Entwickler investieren, eigene Node-Listen führen und in Validator-Farmen investieren – während die Geldmenge der XRP längst in viele Hände verteilt ist. Die Firma Ripple hätte dann ihren Job getan und sich selbst unnötig gemacht. Es wäre denkbar, muss aber nicht so sein.

Für Leute, die strengere Anforderungen an Dezentralität haben, ist Ripple im derzeitigen Zustand trotz unverkennbarer Fortschritte ein Alptraum an Zentralismus. Für viele dürfte das Konsens-Modell von Ripple es auch aus mehreren Gründen unmöglich machen, dass Ripple jemals die hohen Anforderungen an Dezentralität erfüllt. Bei weiter Nutzung und hoher Skalierbarkeit würde Ripple demnach in den Händen eines kleinen Kartells liegen, und es wäre vollkommen undurchsichtig, ob dieses die Öffentlichkeit betrügt.

Es liegt also, wie wir schon am Anfang bemerkt haben, im Auge des Betrachters.

Original source: https://bitcoinblog.de/2019/05/27/ripple-ist-die-kryptowaehrung-nun-zentral-oder-dezentral/